Indien

Gericht: Indiens Bundesstaaten müssen Wanderarbeiter heimbringen

Wanderarbeiter warten im nordostindischen Guwahati auf den Bus, der sie in ihre Heimatorte bringen soll. Foto: David Talukdar/ZUMA Wire/dpa

Wanderarbeiter warten im nordostindischen Guwahati auf den Bus, der sie in ihre Heimatorte bringen soll. Foto: David Talukdar/ZUMA Wire/dpa

Das höchste Gericht Indiens hat die Bundesstaaten angewiesen, gestrandete Wanderarbeiter innerhalb der nächsten 15 Tagen in ihre Dörfer zu bringen.

Wie die auf Recht spezialisierte Nachrichtenseite Live Law am Dienstag berichtete, trug das höchste Gericht zudem der indischen Regierung und den Bundesstaaten auf, Beschäftigungsprogramme für die Wanderarbeiter zu initiieren. Zudem sollen die Behörden ihnen dabei helfen, ihren Fähigkeiten entsprechende Jobs zu finden.

Seit Wochen sind Millionen Wanderarbeiter auf den Strassen der grössten Demokratie der Welt unterwegs, weil sie wegen der Ende März kurzfristig angekündigten Einschränkungen des alltäglichen Lebens plötzlich ihre Jobs in den grossen Städten verloren haben. Die Menschen haben Angst, zu verhungern und machen sich daher in Richtung ihrer Heimatdörfer auf. Dabei kam es zu zahlreichen Todesfällen.

Viele der Wanderarbeiter bestritten die oft Hunderte Kilometer langen Heimwege zu Fuss, weil zunächst wegen des Corona-Lockdowns keine Busse und Züge mehr fuhren. Auf dem Weg waren etliche Wanderarbeiter bei Verkehrsunfällen, wegen der Hitze von teilweise mehr als 40 Grad oder wegen fehlender Nahrungsmittel gestorben. Nach Schätzungen von Oppositionspolitikern sind noch immer Millionen von Menschen in den Städten, wollen diese aber ebenfalls verlassen. Eine Rückführung könnte daher Monate dauern.

Das grosse Leid der vielen marschierenden Wanderarbeiter gilt als einer der Gründe für den geringen Erfolg des eigentlich strikten indischen Lockdowns, der die Zahl der Corona-Neuinfektionen kaum hat sinken lassen. Indien lockert nun die Massnahmen zunehmend - obwohl die Neuinfektionen gerade besonders schnell steigen. Der Subkontinent verzeichnet nach Zahlen der Johns Hopkins Universität inzwischen weltweit die fünftmeisten Fälle.

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