Zwangsarbeit

Florence (6) will Weihnachtskarten schreiben, doch eine ist schon beschrieben – mit einem Hilferuf aus China

Mädchen findet Hilferuf in Weihnachtskarte

Mädchen findet Hilferuf in Weihnachtskarte.

Was erst nach einer witzigen Entdeckung aussah, nach einem Scherz, schockte schliesslich die ganze Familie: Die sechsjährige Florence aus Tooting bei London entdeckte beim Weihnachtsgrüsse-Schreiben eine Karte, die bereits beschrieben war – von einem Häftling aus Shanghai.

Weihnachtsgrüsse an ihre Schulfreunde wollte Florence Widdicombe schreiben, mit Karten, die ihre Mutter in einer Filiale der britischen Supermarktkette «Tesco» gekauft hatte. «Ich war vielleicht bei meiner sechsten oder achten Karte, als ich eine öffnete, die bereits beschrieben war», sagte sie gegenüber den Medien.

Im ersten Moment eine amüsante Situation. Doch der Text wog schwer. «Wir sind ausländische Gefangene im Qingpu-Gefängnis in Shanghai in China. Wir werden gegen unseren Willen zur Arbeit gezwungen. Bitte helfen Sie uns und benachrichtigen Sie eine Menschenrechtsorganisation», stand da in Blockschrift geschrieben. Zudem: der Hinweis, einen gewissen Peter Humphrey zu kontaktieren.

Das war vor einer Woche. Inzwischen hat die Familie Peter Humphrey benachrichtigt. Der britische Journalist war laut BBC vor vier Jahren selbst Insasse in dem Gefängnis in Shanghai. Er vermutet, die Absender zu kennen.

Die Supermarktkette «Tesco» stoppte laut eigenen Angaben die Kartenlieferungen aus China und leitete eine Untersuchung ein. (smo)

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