Die erste Explosion habe sich während einer Messe im Inneren der Kathedrale in der Stadt Jolo in der Provinz Sulu ereignet. Die zweite Explosion sei auf einem Parkplatz vor dem Gotteshaus gewesen, als Sicherheitskräfte eingetroffen seien, sagte der regionale Militärsprecher Gerry Besana.

"Islamischer Staat" will es gewesen sein

Stunden später reklamierte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) den Doppelanschlag für sich. Laut dem auf die Überwachung islamistischer Websites spezialisierten US-Unternehmen Site teilte der IS am Sonntag mit, zwei Selbstmordattentäter hätten sich in der Kirche sowie auf deren Parkplatz in die Luft gesprengt.

Die sunnitischen Fanatiker vom so genannten Islamischen Staat gefallen sich seit längerem darin, im Namen Allahs alle möglichen Anschläge auf ihrem Konto zu verbuchen. Bei den Toten handelt es sich laut der örtlichen Polizei um 14 Zivilisten und sieben Soldaten.

Jolo liegt rund 1000 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila. Der Chef der nationalen Polizei, Oscar Albayalde, sagte, dass unter den Opfern Soldaten seien. "Wir wissen nicht, ob die Zahl der Todesopfer noch steigen wird", sagte er dem Manila-Radiosender DZMM.

Verstärkung der Sicherheitsmassnahmen

Verteidigungsminister Delfin Lorenzana verurteilte den Angriff und betonte, die Täter würden gejagt. Alle Kirchen und öffentlichen Plätze würden gesichert, um mögliche Angriffe zu vereiteln.

Unklar war, ob der Angriff mit dem Ergebnis einer Volksabstimmung in der südlichen Region Mindanao zusammenhängen könnte. Am Freitag hatte die Wahlkommission bekannt gegeben, dass dort der Bildung einer neuen muslimischen autonomen Einheit, der Region Bangsamoro, zugestimmt worden sei.

Das Gesetz zur Schaffung dieser Region war eine Schlüsselbestimmung in einem Friedensabkommen, das zwischen der philippinischen Regierung und der grössten muslimischen Rebellengruppe, der Moro Islamischen Befreiungsfront, im Jahr 2014 geschlossen worden war.

Auf den katholisch geprägten Philippinen sind Muslime mit ihrem Bevölkerungsanteil von weniger als zehn Prozent eine Minderheit. Sie haben der Regierung in der Vergangenheit mehrfach Vernachlässigung vorgeworfen.