Bei einer Explosion einer Bombe in der französischen Stadt Lyon sind dem Innenministerium zufolge am Freitag 13 Menschen verletzt worden. Die Polizei sucht nach einem Mann, den Überwachungskameras zeigen, wie er kurz vor der Detonation einen Koffer deponierte.

Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft aus Paris zog die Ermittlungen an sich. Der französische Präsident Emmanuel Macron erklärte, es habe in Lyon einen "Angriff" gegeben. Er könne derzeit keine genaueren Angaben machen, aber "heute, bisher, gibt es kein Opfer". Er sei in Gedanken bei den Verletzten und ihren Familien, sagte Macron zu Beginn eines Live-Interviews mit dem YouTuber J-2 zur Europawahl.

Der Polizei zufolge kam es zu der Explosion in einem Geschäft in einer Fussgängerzone im Zentrum der südostfranzösischen Metropole. Nach Angaben des Innenministeriums sind die Opfer der Detonation nicht lebensgefährlich verletzt worden. Das Innenministerium hatte zunächst acht Verletzte gemeldet.

 

Fahndung läuft

Nach Angaben aus Polizeikreisen enthielt die Paketbombe "Schrauben oder Bolzen". Sie sei vor einer Bäckerei an einer Strassenecke in einer belebten Fussgängerzone deponiert worden. Der Unglücksort im historischen Zentrum der Grossstadt wurde abgesperrt. Rettungskräften zufolge wurden die Opfer überwiegend an den Beinen von Glas- und Metallsplittern getroffen.

Die Polizei fahndet nach einem 30 bis 35 Jahre alten Mann. Nach Medienberichten soll der Verdächtige mit einem Fahrrad geflohen sein. Der Verdächtige war von einer Überwachungskamera gefilmt worden.

Die französische Polizei startete später mit einem Foto ihre Fahndung nach einem Verdächtigen. Auf dem am späten Freitagabend veröffentlichtem Bild ist ein Mann zu sehen, der eine dunkle Sonnenbrille trägt und ein Fahrrad schiebt. Seine Mundpartie ist vermummt. Er trägt kurze, helle Hosen und ein langärmeliges dunkles Oberteil. Es handelt sich um das Standbild der Aufnahme einer Sicherheitskamera. Die Polizei rief die Öffentlichkeit auf, Hinweise zu dem Mann zu geben. Das Foto kursierte zuvor bereits in französischen Medien.

Sicherheitsmassnahmen verstärkt

Der Pariser Anti-Terror-Staatsanwalt Rémy Heitz kündigte an, nach Lyon zu fahren. Frankreichs Innenminister Christophe Castaner wies die Präfekten im Land an, die Sicherheitsmassnahme an Orten zu verstärken, an denen sich viele Menschen aufhalten. Das seien etwa Sport- oder Kulturveranstaltungen.

Die Explosion trifft Frankreich kurz vor der Europawahl. Premierminister Édouard Philippe sagte seine Teilnahme an einer Abschluss-Wahlkampfveranstaltung ab, wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichte. Die Rechtspopulistin Marine Le Pen sprach von einem "terroristischen Anschlag".

Lyon liegt im Südosten Frankreichs. Es ist die Hauptstadt des Département Rhône und der Region Auvergne-Rhône-Alpes und mit mehr als 515'000 Einwohnern die drittgrösste Stadt Frankreichs nach Paris und Marseille.

Update: Mutmasslicher Attentäter von Lyon weiterhin auf der Flucht

Einen Tag nach dem Bombenanschlag in Lyon ist der mutmassliche Attentäter weiterhin auf der Flucht. Die französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft teilte am Samstag mit, der Verdächtige habe bislang kein Bekenntnis zu der Tat vorgelegt. Am Freitag war es in Lyon zu einer Explosion gekommen, durch die 13 Menschen verletzt wurden.

Die Polizei sucht nach einem Verdächtigen, der nach Aufzeichnungen von Überwachungskameras im Zentrum der südostfranzösischen Stadt kurz vor der Detonation einen offenbar mit Schrauben gefüllten Koffer oder Beutel deponiert hatte.

In Polizeikreisen hiess es, die Person sei mit einem Velo zum Tatort gekommen und habe ihr Gesicht durch eine Kapuze, eine Sonnenbrille und einen Schal verhüllt. Der französische Präsident Emmanuel Macron sprach von einem "Angriff".