Darauf haben sich die EU-Innenminister bei einem Sondertreffen zur Flüchtlingskrise am Montag in Brüssel verständigt, sagte Luxemburgs Aussenminister Jean Asselborn nach dem Treffen.

"Es ist unmöglich, von Griechenland zu verlangen, jeden Tag 10'000 Flüchtlinge aufzunehmen", betonte Asselborn, dessen Land derzeit die EU-Ratspräsidentschaft ausübt. Im Schnitt kämen pro Tag über 5000 Menschen auf den Inseln an.

Die griechischen Behörden könnten nicht alle Anträge dieser Personen bearbeiten, Fingerabdrücke nehmen und schliesslich Entscheidungen fällen, die grosse Auswirkungen auf das Leben der Ankommenden hätten. Stattdessen könnten Bearbeitungszentren ausserhalb und innerhalb der EU aufgebaut werden, nicht aber in der Türkei. Weitere Details wurden zunächst nicht bekannt.

Die EU hatte eigentlich geplant, dass Migranten nach der Ankunft in Erstaufnahmezentren registriert und gegebenenfalls von dort schon zurückgeschickt werden sollten. Bisher ist nach Angaben von EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos aber nur der Hotspot auf der italienischen Insel Lampedusa voll einsatzfähig, ein weiterer auf der griechischen Insel Lesbos soll seine Arbeit Ende nächster Woche aufnehmen.