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«Entmenschlichende» Bilder: El Salvador geht hart gegen Häftlinge vor

Fotos von eng zusammengepferchten Häftlingen in El Salvador haben bei Menschenrechtlern für Entsetzen gesorgt.

(dpa) Der Medienchef von Amnesty International für die Region, Duncan Tucker, nannte die Bilder am Montag (Ortszeit) «entmenschlichend» und schrieb auf Twitter, sie erinnerten an manche der dunkelsten Momente der Menschheit.

Der Präsident des mittelamerikanischen Landes, Nayib Bukele, hatte die Fotos am Wochenende verbreitet. Darauf ist zu sehen, wie Hunderte Insassen einer Haftanstalt - allesamt nur in Unterhose gekleidet, mit kahlen Köpfen und Mundschutz - in Reihen so dicht hinter einander sitzen, dass sich ihre Gesichter und Rücken berühren.

Nach einem Anstieg der Gewaltzahlen in El Salvador hatte Bukele zum wiederholten Male einen Notstand in den Gefängnissen und eine Isolierung der Häftlinge verkündet. Mitglieder verschiedener Banden würden ausserdem nicht mehr in getrennten Zellen untergebracht. Am Montag twitterte Bukele Fotos davon, wie Zellengitter mit Platten versperrt wurden.

Die Banden hätten es ausgenutzt, dass fast alle Sicherheitskräfte die Ausgangssperre wegen der Corona-Pandemie überwachten, schrieb der 38-jährige Konservative. Aus Gefängnissen heraus seien Morde angeordnet worden. Er genehmigte der Polizei und Armee, tödliche Gewalt gegen die «Terroristen» anzuwenden.

Der vergangene Freitag war nach Medienberichten mit 24 Morden der blutigste Tag in Bukeles knapp elfmonatiger Amtszeit. Zuvor war die Mordquote in El Salvador - bislang die höchste der Welt - stark gesunken. Der abgelaufene Februar war laut Bukele der Monat mit den wenigsten Morden seit Ende des Bürgerkriegs im Jahr 1992.

Nach Berichten der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH) sind viele Gefängnisse in El Salvador total überfüllt. Mit rund 600 Strafgefangenen pro 100 000 Einwohnern ist es das Land mit dem zweithöchsten Anteil von Häftlingen an der Bevölkerung weltweit.

Bukele verbreitete am Montag auf Twitter ein Video, das angeblich von einer der drei mächtigen Banden des Landes stammt. Darin kritisierten Vermummte Menschenrechtsverletzungen in den Gefängnissen.

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