Vor rund einem Monat sorgte der Präsident der deutschen FDP mit einem Tweet zu den Klimademos für viel Aufsehen. Lindner schrieb, dass er das Engagement der Schülerinnen und Schüler zwar toll finde, aber letzten Endes könne man von Kindern und Jugendlichen nicht erwarten, dass sie die globalen Zusammenhänge sehen könnten.

Er schloss seine Botschaft mit dem Satz, «das ist eine Sache für Profis», der jetzt schon seinen Platz in den Jahres-Rückblicken auf sicher hat.

In den kommenden Tagen wurde viel über Lindners Aussage diskutiert, viele kritisierten ihn, andere unterstützten in. Der FDP-Chef hatte sich jedenfalls mit einem Knall in die Klimadebatte eingeschaltet und dort blieb er auch.

TV-Debatte im ZDF

So wurde Lindner gestern Abend in die Diskussionsrunde bei Markus Lanz im ZDF eingeladen. Dort traf er auf die bekannteste Klimaaktivistin Deutschlands: Luisa Neubauer.

Luisa Neubauer: «Wenn mein Haus brennt, muss ich kein Profi sein, um zu verstehen, dass mein Haus brennt. Ich brauche dann Profis, die mir helfen, es zu löschen.»

Luisa Neubauer: «Wenn mein Haus brennt, muss ich kein Profi sein, um zu verstehen, dass mein Haus brennt. Ich brauche dann Profis, die mir helfen, es zu löschen.»

Zunächst fand das Gespräch denn auch vornehmlich zwischen der 22-Jährigen und dem Politiker statt, welcher seinen Tweet zu erklären versuchte.

Christian Lindner: «Die Aufregung hängt damit zusammen, dass das einige in den falschen Hals bekommen haben. Die Klimaziele sind ja unstreitlich.»

Christian Lindner: «Die Aufregung hängt damit zusammen, dass das einige in den falschen Hals bekommen haben. Die Klimaziele sind ja unstreitlich.»

Doch nach etwa elf Minuten platzte einem weiteren Gast der Kragen. In der Talk-Runde hatte auch David Hasselhoff Platz genommen und dem Ex-Baywatch-Star passte es offenbar überhaupt nicht, was Lindner zu sagen hatte. Eigentlich war der Entertainer ja nur gekommen, um über seine Tour zu sprechen – und seine Frau hatte ihn noch davor gewarnt, sich in die Politik einzumischen. Eigentlich ...

Also hob Hasselhoff zu einer lautstarken und emotionalen Rede an: «Ich höre immer nur Worte. Die Politiker stören nur. Überall. Die Politiker stören die Technologie und die Experten. Die Politiker stören die fachliche technische Aufarbeitung. Die Politiker stören immer. Auch Twitter stört.»

Dann ging Hasselhoff sogar soweit, Lindner indirekt mit Trump zu vergleichen, denn es gehe den Politikern ja sowieso nur um Aufmerksamkeit. «Sie können schreiben, was sie wollen. Machen Sie auch. Sie wollen nur eine Reaktion provozieren. Trump macht das nicht anders. Warum? Weil er Reaktionen kriegt. Das will er. Das ist unser Präsident? Auf Twitter? Bitte! Werde mal erwachsen.»

Die Diskussionsrunde in voller Länge: David Hasselhoff greift etwa bei Minute elf ins Geschehen ein.

Applaus für Hasselhoff

Das Publikum goutierte die unerwartete Brandrede des US-Amerikaners mit tosendem Applaus und Lindner musste sich erstmals sammeln.

Moderator Lanz bilanzierte kurz und stimmte Hasselhoff teilweise zu: «Er hat doch recht, wenn er sagt, es geht um Reaktion. Es geht darum, schnell zu sein. Es geht als Politiker darum, ganz früh morgens seine Botschaft rauszuhauen, damit du möglichst den ganzen Tag statt findest.»

Lindner liess den Angriff Hasselhoffs nicht ganz auf sich sitzen und kritisierte jene Menschen, die Klimaschutz einfordern, aber gleichzeitig Business Class fliegen würden. «Man kann nicht auf der einen Seite sagen mehr Klimawandel und auf der anderen Seite hat man eine Million Flugmeilen.»

«Als bin ich schuld!», meinte darauf Hasselhoff. Worauf Lindner versöhnlich wurde und sagte: «Wir tragen alle Verantwortung.» (cma)