US-Wahlen

Diese Bewerber wurden Präsident, obwohl sie weniger Stimmen hatten

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Knapp, knapper, Trump: 2016 siegte der Republikaner, obwohl er stimmenmässig unterlegen war. Diesmal gelingt ihm das wohl nicht.

1824: John Quincy Adams gegen Andrew Jackson

Das amerikanische Wahlmänner-System bringt es mit sich, dass nicht immer der Kandidat mit den meisten Wählerstimmen tatsächlich auch Präsident wird. Besonders deutlich war das beim Urnengang 1824. Der ehemalige General Andrew Jackson holte damals mehr als 41 Prozent der Stimmen und überflügelte seinen Kontrahenten John Quincy Adams um mehr als 10 Prozentpunkte. Da noch zwei weitere Kandidaten im Rennen waren, kamen die Wahlmänner jedoch zu keiner absoluten Mehrheit, wie die Zeitung «Die Welt» schreibt. Man einigte sich schliesslich auf den Profipolitiker Adams. Jackson indes sollte vier Jahre später seine Revanche bekommen – und Adams hinter sich lassen.

1876 Rutherford Hayes gegen Samuel Tilden

Der Demokrat Samuel Tilden besiegte seinen Kontrahenten Rutherford ­Hayes im Jahr 1876 mit mehr als drei Prozent Vorsprung. Präsident wurde er trotzdem nicht. Mit dem knappsten aller Wahlmännerergebnisse wurde Hayes zum Staatschef gewählt: 185 zu 184.

1888: Grover Cleveland gegen Benjamin Harrison

Eng ging es zu zwischen Präsident ­Grover Cleveland und seinem Herausforderer Benjamin Harrison im Jahr 1888. Harrison dominierte den Amtsinhaber im Nordosten und im Westen – doch Cleveland holte sich die damals bedeutenderen Staaten im Südosten des Landes. Eine Niederlage bei den Gesamtstimmen brachte dem Republikaner dennoch einen Wahlmänner-Sieg von 233 zu 168.

2000: George W. Bush gegen Al Gore

Nur rund eine halbe Million Stimmen trennten den Demokraten Al Gore und den Republikaner George W. Bush im Jahr 2000 voneinander, zu Gunsten von Gore. Präsident wurde Bush. Vorausgegangen war jedoch ein Rechtsstreit bis vor den Obersten Gerichtshof. Der Zankapfel damals: Florida. Dem Republikaner wurden schliesslich die 25 Wahlmänner zugeschlagen. Er besiegte Gore mit 271 zu 266.

2016: Hilary Clinton gegen Donald Trump

Das Rennen vor vier Jahren glich von Anfang an einer Schlammschlacht – mit dem bekannten Sieger. Zwar unterlag Donald Trump der Demokratin Hillary Clinton nach Gesamtstimmen deutlich. Doch das Stimmenmehr von 2,87 Millionen nützte Clinton nichts. Trump holte die Mehrheit dort, wo es drauf ankommt, nämlich bei den Wahlmännern: 304 für Trump, nur 227 für Clinton. Vier Jahre später glaubte man kurzzeitig schon an ein Déjà-vu– doch Biden scheint neben dem Stimmenmehr nun auch die Wahl zu gewinnen. (fho)

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