Afrika

Demonstration auf den Kanaren für die Rechte von Immigranten

Auf Gran Canaria fand eine Demonstration für die Rechte von Migranten auf den Kanaren statt. Die Inselgruppe ist das Ziel vieler Flüchtlinge, die aus Afrika mit Holzboten dorthin übersetzen. Foto: Manuel Navarro/dpa

Auf Gran Canaria fand eine Demonstration für die Rechte von Migranten auf den Kanaren statt. Die Inselgruppe ist das Ziel vieler Flüchtlinge, die aus Afrika mit Holzboten dorthin übersetzen. Foto: Manuel Navarro/dpa

Auf der zu Spanien gehörenden Kanaren-Insel Gran Canaria haben rund 150 Menschen für mehr Rechte für Immigranten aus Afrika demonstriert. Unter dem Motto «Papiere für alle, kein Mensch ist illegal» fuhren sie mit Autos durch mehrere Orte der Insel, wie die Zeitung «Canarias7» am Samstagabend berichtete.

Die Anzahl der Migranten, die von Afrika aus in kleinen offenen Holzbooten über den Atlantik zu der Inselgruppe kommt, ist dieses Jahr stark gestiegen. Seit Jahresbeginn wurden rund 14 000 Ankömmlinge registriert. Das waren nach Angaben des spanischen Innenministeriums fast siebenmal so viele wie ein Jahr zuvor.

Die meisten Migranten werden zur Registrierung und für den Corona-Test auf die Mole der Hafenstadt Arguineguín im Südwesten von Gran Canaria gebracht. Dort drängen sich zeitweise mehr als 2000 Menschen unter freiem Himmel. Die hygienischen Verhältnisse sind prekär, Corona-Abstandsregeln lassen sich nicht einhalten. Von der Mole aus werden die Menschen auf leerstehende Touristenanlagen verteilt.

Die Organisatoren des Autokorsos, das Netzwerk der Kanaren für die Rechte von Migranten, forderte, die Einwanderungspolitik Spaniens müsse das Leben der Menschen in den Mittelpunkt stellen. Den Menschen müssten Identitätspapiere ausgestellt sowie ihre Kriminalisierung beendet werden. Dann wären die Migranten auch nicht mehr gezwungen, die lebensgefährliche Überfahrt in offenen Holzbooten von Afrika über den Atlantik zu den Kanaren zu riskieren. Nach Informationen der UN-Migrationsorganisation starben 2020 auf dieser Route bereits mehr als 400 Menschen - doppelt so viele wie im Vorjahr.

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