Vatikan

Das Bekenntnis von Papst Franziskus: Die Ehe soll unauflöslich bleiben

Bischöfe und Kardinale beten, während Papst Franziskus im Petersdom die Messe zur Familiensynode eröffnet.  Keystone.jpg

Bischöfe und Kardinale beten, während Papst Franziskus im Petersdom die Messe zur Familiensynode eröffnet. Keystone.jpg

Ein zentrales Thema an dauernden Bischofsversammlung wird der Umgang der Kirche mit den zahlreichen Partnerschaftsformen darstellen, die von der traditionellen Ehe abweichen. Papst Franziskus eröffnet die Familiensynode mit einem klaren Bekenntnis.

«Für Gott ist die Ehe keine Utopie der Jugend, sondern ein Traum, ohne den seine Geschöpfe zur Einsamkeit bestimmt sind», betonte Papst Franziskus am Sonntag im Römer Petersdom in der Messe, mit dem er die Bischofssynode eröffnete.

Er zitierte ausserdem die im Markus-Evangelium zitierten Worte von Jesus, wonach der Mensch nicht trennen dürfe, was Gott verbunden habe. Mit diesem unmissverständlichen Bekenntnis zur Unauflöslichkeit der Ehe steckte der Pontifex aus Argentinien den Rahmen ab, in dem sich die zu erörternden Reformen an der Weltbischofsversammlung bewegen werden.

«Für Gott ist die Ehe keine Utopie der Jugend, sondern ein Traum, ohne den seine Geschöpfe zur Einsamkeit bestimmt sind.»

Papst Franziskus

«Für Gott ist die Ehe keine Utopie der Jugend, sondern ein Traum, ohne den seine Geschöpfe zur Einsamkeit bestimmt sind.»

Die Synode ist, wie schon jene vom vergangenen Oktober, dem Thema Familie gewidmet. Nirgendwo sonst öffnet sich zwischen der katholischen Lehre und der Lebenswirklichkeit von Millionen Gläubigen ein grösserer Graben.

Ein zentrales Thema an der bis zum 25. Oktober dauernden Bischofsversammlung wird der Umgang der Kirche mit den zahlreichen Partnerschaftsformen darstellen, die von der traditionellen Ehe abweichen. Besonders hitzig dürften die Diskussionen ausfallen, wenn es um die Zulassung wiederverheirateter Geschiedener oder um den Umgang mit homosexuellen Paaren geht.

Auch biblische Argumente zählen

Der Vertreter der Schweizer Bischofskonferenz an der Synode, Bischof Jean-Marie Lovey von Sion, betonte gestern an einem Mediengespräch in Rom, dass die wiederverheirateten Geschiedenen und homosexuelle Paare für viele Priester in der Schweiz und in ganz Westeuropa ein «echtes pastorales Problem» darstellten und dass diesbezüglich Lösungen gesucht werden müssten.

Dabei sollten aber die Bischöfe nicht nur gesellschaftliche Realitäten berücksichtigen, sondern auch theologische und biblische Argumente und Aspekte einbeziehen. «Die Herausforderung an der Synode wird darin bestehen, die beiden Sichtweisen zusammenzufügen», erklärte Lovey. Bezüglich des Umgangs mit wiederverheirateten Geschiedenen und mit homosexuellen Paaren gehen die Meinungen der katholischen Gläubigen auch in der Schweiz auseinander.

Am Ende entscheidet der Papst

Der Bischof von Sion wollte sich gestern nicht auf eine bestimmte Position festlegen lassen und betonte, dass die Vertreter der Landesbischofskonferenzen an der Synode nicht wie Parlamentarier einfach die Meinung einer Partei, sondern diejenige aller Gläubigen vertreten müssten. Am Ende sei es ohnehin der Papst, der entscheiden werde, ob und welche Reform er veranlassen wolle.

Franziskus hat seit seiner Wahl zum Papst schon mehrfach betont, dass sich die Kirche nicht darauf beschränken dürfe, Sünder zu verurteilen. In seiner gestrigen Messe im Petersdom warnte er einmal mehr vor einer «Kirche mit verschlossenen Türen», die sich selbst verrate.

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