"Ich würde dies als erniedrigend betrachten", erklärte der Ministerpräsident in einer Videobotschaft, die von seinen TV-Kanälen "Italia 1" und "Rete 4" gesendet wurde.

Der Premierminister klagte über eine inakzeptable Verfolgungskampagne seitens der Mailänder Staatsanwälte, die sich nicht nur in sein Privatleben eingemischt hätten, sondern Dutzende Personen wochenlang abgehört und vernommen hätten, nur weil sie bei ihm zu Gast waren.

Berlusconi erklärte, dass er sich gern unter junge Leuten mische. Er sei sich über ihre Schwierigkeiten im Berufsleben und in der Welt der TV-Shows bewusst. "Ich helfe gerne, wo ich kann", versicherte Berlusconi in der Videobotschaft, die in seiner Mailänder Residenz aufgenommen wurde.

Der Premierminister versicherte, dass bei den Abenden in seiner Villa keinerlei ausschweifende Partys stattgefunden haben, wie italienische Medien dieser Tage berichteten.

Berlusconi erklärte, dass er nach der Trennung von seiner Ehefrau Veronica Lario im Mai 2009 eine neue Beziehung zu einer Frau habe, die selbst oft an den Abenden mit Gästen bei ihm anwesend war. Um ihre Privatsphäre zu schützen, habe er bisher von seiner Beziehung nicht in der Öffentlichkeit gesprochen.

In seiner achtminütigen Ansprache sprach Berlusconi von einem Komplott seitens der Richter. Diese hätten nicht akzeptieren wollen, dass er im Dezember das Vertrauen des Parlaments erhalten habe und nun weiterregieren könne, meinte er.

Der Premierminister betonte, eine Reform der Justiz sei dringend notwendig, um zu verhindern, dass politisch beeinflusste Richter das demokratische Leben in Italien beeinträchtigten.