Die Gleichstellung der Geschlechter ist eines der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, die 2015 alle Uno-Mitgliedstaaten verabschiedet hatten und die bis 2030 erreicht sein sollen.

Die Organisation untersuchte die Lage von Frauen in 129 Ländern. Kriterien waren dabei etwa, ob die Politik gegen Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen sowie Praktiken wie die Kinderehe und weibliche Genitalverstümmelung vorgeht.

Spitzenreiter Dänemark

"Von den 129 untersuchten Ländern hat keines das Versprechen der Gleichstellung der Geschlechter vollständig erfüllt", heisst es in dem Bericht. Kein Staat erreiche einen "exzellenten" Wert von 90 Punkten oder mehr. Dänemark liege mit 89,3 Punkten an der Spitze.

"Noch beunruhigender ist für mich, dass 1,4 Milliarden Frauen und Mädchen in Ländern leben, die nur einen sehr schlechten Wert erreicht haben", sagte Alison Holder von der Nichtregierungsorganisation auf einer Konferenz im kanadischen Vancouver.

Lichtblick in Senegal

Wohlhabende Nationen wie Finnland, Schweden, Norwegen und die Niederlande haben demnach die grössten Fortschritte gemacht. Arme oder politisch instabile Länder wie der Tschad, die Demokratische Republik Kongo, Jemen und Niger fielen hingegen zurück.

Es gebe jedoch auch gute Nachrichten, selbst in ärmeren Ländern, sagte Holder. So sei etwa der Senegal näher an einer paritätischen Besetzung seines Parlaments als Dänemark. Dabei sei das Bruttoinlandprodukt des afrikanischen Landes 56-mal kleiner.