Wong war am Sonntagmorgen vor seiner geplanten Abreise zunächst am Hongkonger Flughafen festgenommen worden. Ihm wurde vorgeworfen, seine Kautionsbedingungen verletzt zu haben. Nach 24 Stunden kam Wong aber wieder auf freien Fuss und flog noch am Montag nach Deutschland. Wong war bereits Ende August für einige Stunden festgenommen und dann auf Kaution wieder entlassen worden.

Wong forderte mehr Unterstützung für die Protestbewegung in Hongkong. "Ich hoffe, dass Menschen weltweit die Leute in Hongkong unterstützen, die für Freiheit und freie Wahlen kämpfen", sagte er der "Bild"-Zeitung. Es sei an der Zeit, "dass sich mehr Menschen in Deutschland auf Hongkong konzentrieren". Er bitte die Deutschen "um Hilfe in unserem Kampf". Der Protest werde fortgeführt, "bis wir eines Tages freie Wahlen haben", betonte der 22-Jährige.

Meinungsäusserung fundamental

Maas hatte nach der Freilassung Wongs am Montag gesagt, es sei ein gutes Signal, dass der junge Demokratie-Kämpfer wieder auf freiem Fuss sei. "Das Recht auf freie Meinungsäusserung ist ein fundamentales Prinzip. Es darf keinen Einschränkungen unterliegen", twitterte er.

Ende August war Wong wie seiner Mitstreiterin Agnes Chow vorgeworfen worden, andere zur Teilnahme an einer illegalen Versammlung in der chinesischen Sonderverwaltungszone am 21. Juni animiert und selbst daran teilgenommen zu haben. Wong muss sich auch für die Organisation der Demonstration verantworten.

Seit dem 9. Juni kommt es in der Finanzmetropole immer wieder zu Protesten, die oft mit Zusammenstössen zwischen einem kleinen Teil der Demonstranten und der Polizei endeten. Die Protestbewegung befürchtet steigenden Einfluss der chinesischen Regierung auf Hongkong. Auch fordern die Demonstranten eine unabhängige Untersuchung der Polizeigewalt bei den Protesten.

Wong war schon im Alter von zwölf Jahren politisch aktiv. 2014 wurde er durch die Regenschirm-Proteste für freie Wahlen in der chinesischen Sonderverwaltungszone weltweit bekannt. Schon damals sass er in Haft.