Erdbeben in Italien

101-Jährige muss zum ersten Mal ihr Dorf verlassen

Das Erdbeben in Mittelitalien machte auch viele obdachlos – auch ältere Menschen. Bild: Ausharren im Freien nach dem Beben in Norcia.

Das Erdbeben in Mittelitalien machte auch viele obdachlos – auch ältere Menschen. Bild: Ausharren im Freien nach dem Beben in Norcia.

Ihre Dörfer sind komplett zerstört – doch zwei über 100-Jährige haben die Erdbeben in Mittelitalien überlebt.

Und nicht nur das: Die 106-jährige Rosa hat bereits zwei Kriege und drei Erdbeben überstanden, wie sie der Nachrichtenagentur Ansa erzählte. Ein ähnliches Schicksal teilt die 101-jährige Anna Rocco di Paolo, die mittlerweile an der Adria-Küste in Sicherheit ist.

"Gott sei Dank geht es mir gut", wurde Rosa zitiert, die mittlerweile mit anderen Obdachlosen aus ihrem Wohnort in einer Turnhalle im 700-Seelen-Dorf Monsampietro Morico untergebracht ist. In ihrer Heimat konnte sie nicht bleiben, denn dort hat das Erdbeben vom vergangenen Mittwoch schwere Schäden angerichtet.

Die 101-jährige Rocco di Paolo hat ihr Dorf laut Medienberichten nach den Erdstössen zum ersten Mal in ihrem Leben verlassen. Sie selbst sei in einem Zelt geboren, nachdem im Jahr 1915 ein Erdbeben 30'000 Menschen das Leben gekostet hatte und das Haus ihrer Eltern unbewohnbar gemacht habe, erzählte die Überlebende laut der Zeitung "Corriere della Sera" (Mittwoch). Damals befand sich Italien im Ersten Weltkrieg.

Jetzt wohnt die betagte Frau in einer Notunterkunft an der Adria, etwa 80 Kilometer von ihrem Dorf entfernt. Das Meer habe sie vorher noch nie gesehen, hiess es in dem Artikel. Seit zwei Jahren sei sie nicht mehr aus ihrem Haus in Pieve Torina in den Marken gegangen.

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Das Erdbeben der Stärke 6,5 am Sonntag habe sie fast aus dem Bett fallen lassen, hiess es in dem Bericht. Ihre Pflegerin habe sie beruhigt und nach draussen gebracht, bis sie von den Einsatzkräften weggebracht worden seien. Die drängende Frage der alten Frau sei: "Wann kehren wir nach Hause zurück?"

Die 106-jährige Rosa dagegen vermisse in der Notunterkunft zurzeit nichts, hiess es. "Mir geht es gut, mir fehlt es an nichts", sagte die Witwe.

Auch andere über 100-Jährige waren von dem Erdbeben betroffen. Premierminister Matteo Renzi erklärte, er habe bei seinem Besuch in dem Ort Preci nicht nur ein zwei Monate altes Baby getroffen, sondern auch die fast 103 Jahre alte Emma.

Das Video soll bei Visso während des Erdbebens am Sonntag entstanden sein.

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