Schneisingen
Willkommen in Lappland: Was den nördlichsten Teil des Kantons mit Skandinavien verbindet

Winterferien finden in Zeiten von Corona unter erschwerten Bedingungen statt. Wer auf unberührte Natur nicht verzichten möchte, dem könnte das Zurzibiet, die nördlichste Region des Kantons, Abhilfe schaffen.

Daniel Weissenbrunner
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Unberührte Natur, so weit das Auge reicht: Oberhalb von Schneisingen finden sich verwunschene Pfade – gepaart mit nördlichem Flair.
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Zurzibiet: Willkommen in Lappland (07.12.2020)
Wohin des Weges? Auf der Risiloo oberhalb von Schneisingen.
An gewissen Stellen sind die Schilder sogar ganz eingeschneit.

Unberührte Natur, so weit das Auge reicht: Oberhalb von Schneisingen finden sich verwunschene Pfade – gepaart mit nördlichem Flair.

Daniel Weissenbrunner

«Wunderbar hier, diese Landschaft, wie im hohen Norden, fast wie in Lappland.» Vielleicht übertreibt das Paar, dass sich auf seinem morgendlichen Spaziergang befindet, ein wenig. Doch ihr Gefühlsüberschwang ist verständlich. Die Bäume sind nach dem Wintereinbruch der vergangenen Tage auf über 600 Metern über dem Meer mit Schnee oberhalb von Schneisingen auf der Risiloo malerisch verhangen. Das Thermometer zeigt auf der App minus 2 Grad Celsius an.

Wer nach Berührungspunkten zwischen dem Gebiet, das sich von Finnland über Schweden nach Russland erstreckt, und dem Zurzibiet suchen will, der findet durchaus Gemeinsamkeiten. Lappland ist das nördlichste skandinavische Gebiet, das Zurzibiet der nördlichste Teil im Aargau. Beiden rühmen ihre intakte Natur. 65 Prozent der Fläche der Region am Polarkreis sind mit Wald bedeckt, im Bezirk Zurzach sind es knapp 40 Prozent. Beides sind auch Randregionen, die mit wirtschaftlicher Stagnation und Abwanderung zu kämpfen haben.

Aus der Not eine Tugend gemacht

Dass sich die Gewohnheiten 2020 verändert haben, ist inzwischen hinlänglich bekannt. Corona engt die Menschen in ihrem Aktionsradius ein. Reisen ist umständlicher geworden.

Für das sportliche Paar ist das kein Fluch, sondern Segen. Sie haben nach dem Ausbruch der Pandemie im Frühling aus der Not eine Tugend gemacht und die Region seither intensiv abgewandert. Mehr als 1500 Kilometer sind schon zusammengekommen. Von Westen (Leibstadt) bis nach Osten (Fisibach), von Norden (Full-Reuenthal) bis in den Süden (Lengnau). Während im Frühling und Sommer Hochbetrieb herrschte, seien die Begegnungen jetzt spärlich. «Ähnlich vermutlich wie in Lappland.»

Auch wenn der Vergleich nur schon wegen der Grössenverhältnisse hinken mag – Lappland ist mit seinen mehr als 100000 Quadratkilometern Fläche rund viertausend Mal grösser als der Bezirk Zurzach – gibt es am Ende des dreistündigen Rundgangs ein Aha-Erlebnis. Auf einem Bauernhof im Lengnauer Weiler Widen sticht ein Schild mit einem Elch ins Auge.