Waldshut-Tiengen
Warum der Ausbau der Bundesstrasse weiter auf sich warten lässt

Zwei Klagen blockieren die Erweiterung der Bundesstrasse 34 auf drei Spuren. Solange diese Konflikte nicht beigelegt sind, können die Arbeiten für eine dritte Spur nicht vergeben werden.

Nadja Rohner und Roland Gerard (Südkurier)
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Eine Klage des ehemaligen Besitzers des Restaurants Fährhaus blockiert nach wie vor den Ausbau der Bundesstrasse Waldshut–Tiengen auf drei Spuren.

Eine Klage des ehemaligen Besitzers des Restaurants Fährhaus blockiert nach wie vor den Ausbau der Bundesstrasse Waldshut–Tiengen auf drei Spuren.

Südkurier/zvg

Das Waldshuter Traditionsgasthof Fährhaus liegt gleich nach der Koblenzer Zollbrücke, an der Strasse Richtung Lonza-Kreisel. Sein ehemaliger Besitzer hatte gegen den geplanten dreispurigen Ausbau der B34 Klage eingereicht. Seit Juli ist das Gasthaus in neuer Hand – dennoch bleibt es unklar, wann das lang erwartete Strassenbauprojekt endlich starten kann.

Bei den neuen Eigentümern des «Fährhauses» handelt es sich um eine Gastronomenfamilie chinesischer Herkunft. Sie erklärten auf Anfrage des «Südkuriers», dass sie nicht gegen den B34-Ausbau vorgehen wollen.

B34

Die Bundesstrasse B34 führt von Basel nach Ludwigshafen am Bodensee. Von Erzingen bis Thayngen durchquert sie Schweizer Territorium.

Und im Unterschied zum Vorbesitzer Hermann Mössner bekunden sie, dass sie den für die dritte B34-Spur benötigten Grundstücksteil des «Fährhauses» verkaufen wollen. Der ehemalige «Fährhaus»-Wirt hatte sich gegen das Strassenbauprojekt gewehrt, weil er befürchtete, die Zufahrt zum «Fährhaus» sei nach dem Grundstückverkauf und dem Strassenausbau nicht mehr gewährleistet.

Doch damit sind noch nicht alle Hindernisse aus dem Weg geräumt. Denn nach wie vor liegt die Klage Mössners beim Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim; das Verfahren ist hängig.

Dass Mössner nun nicht mehr Eigentümer der Liegenschaft ist, spielt vor dem VGH vorerst gar keine Rolle: Wenn er seine Klage nicht zurückzieht, muss der Fall verhandelt werden. Ob Mössner an seiner Klage festhält, ist unklar.

Allerdings steht dem B34-Projekt noch eine weitere Klage im Weg. Die Gewerbepark Hochrhein GmbH wehrt sich ebenfalls gegen den Planfeststellungsbeschluss. Dabei geht es nicht um den Strassenausbau, sondern – unter anderem – um den Schutz der südlich der Bundesstrasse liegenden Tiefbrunnen.

Nach wie vor laufen Bemühungen des Regierungspräsidiums um eine aussergerichtliche Einigung. Solange die juristischen Konflikte nicht beigelegt sind, kann die Strassenbaubehörde keine Arbeiten für die dritte Spur vergeben – zum Ärger der Verkehrsteilnehmer.

Staus auf der B34 sind an der Tagesordnung, und im Gewerbepark blockiert der Ausweichverkehr von Lastzügen immer wieder die Zufahrt von Grundstücken.

Das Regierungspräsidium Freiburg hatte schon im Frühjahr 2005 beschlossen, die gesamte Strecke zwischen dem Grenzübergang Waldshut und der Autobahnausfahrt Tiengen auf drei Spuren auszubauen. Eine Fahrspur soll weiterhin nach Tiengen führen, zwei Fahrspuren Richtung Waldshut.

Während der Brückensperrung diesen Sommer haben die Deutschen zwar einen neuen Zollknoten gebaut. Er allein wird aber noch keine deutliche Verkehrsentlastung bringen – dazu muss erst die B34 vom Zoll bis zum Lonza-Kreisel ausgebaut werden. Bis dahin wird es weiterhin Staus geben – vor allem am Morgen von der Zollabfertigungsstelle in Richtung Schweiz.

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