Lengnau
Nach 40 Jahren im Dienst der Gemeinde: Ammann Franz Bertschi hört auf

Lengnau braucht einen neuen Ammann: Franz Bertschi (SVP) tritt zu den Gesamterneuerungswahlen im Herbst nicht mehr an. Was er seinen Nachfolgern hinterlässt und auf was sich der 74-Jährige auf die Zeit danach freut.

Daniel Weissenbrunner
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Franz Bertschi war sieben Jahre Ammann in Lengnau. Mit Politik ist Ende nun Schluss.

Franz Bertschi war sieben Jahre Ammann in Lengnau. Mit Politik ist Ende nun Schluss.

Sandra Ardizzone / ZUR

Was in Lengnau schon länger gemunkelt worden war, ist jetzt offiziell. Ammann Franz Bertschi verzichtet bei den Gesamterneuerungswahlen Ende September auf eine Kandidatur für die kommende Amtsperiode. «40 Jahre im Dienste der Gemeinde sind genug», begründet er seinen Entscheid. Bertschi sitzt seit 2002 in der Lengnauer Exekutive, davon vier als Vizeammann und die letzten sieben Jahre als Gemeindevorsteher. Davor war er 20 Jahre in der Baukommission tätig, deren zwölf als Präsident. Es sei nun an der Zeit, Jüngeren Platz zu machen, sagt Bertschi, der in diesem Jahr 75 wird.

Dank Rückzug wieder mehr Zeit für Sport

Der Rückzug aus dem politischen Alltagsgeschäft würde es ihm künftig erlauben, eine Agenda etwas flexibler zu gestalten, sagt er. Vor allem die sportliche Betätigung sei in den letzten Jahren zu kurz gekommen, sagt Bertschi, der 70 Waffenläufe absolvierte und fünfmal am 100-Kilometer-Lauf von Biel teilnahm.

Diverse Mandate behält er bei

Zur Ruhe setzen wird sich Bertschi gleichwohl nicht. Er hat weiterhin seine Immobilienfirma, die Bauherrenberatung anbietet. Darüber hinaus bleibt er im Vorstand des Vermittlungsprojekts «Doppeltür». Ausserdem wurde er vor wenigen Tagen neu zum Präsidenten der Genossenschaft Mühlihalde gewählt, die sich für Alterswohnraum in Lengnau einsetzt.

Bertschi sitzt auch weiterhin im Abwasserverband Surbtal, für dessen Zusammenschluss er 2004 am Beginn seiner Zeit im Gemeinderat massgeblich verantwortlich war. «Das ermöglichte uns Einsparungen von mehreren hunderttausend Franken», sagt Zahlenmensch Bertschi, der das Finanzressort innehat. Er übergebe Lengnau seinen Nachfolgern mit einem guten Gewissen. «Trotz zahlreicher Investitionen haben wir die Steuern nie erhöhen müssen.»

Die übrigen Mitglieder kandidieren erneut

Die vier übrigen Mitglieder des Lengnauer Gemeinderates, Marcel Elsässer (SP), Andrea Huser (CVP), Hanni Jetzer (FDP) und Viktor Jetzer (SVP), stellen sich für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung.