Kommentar
Grüne knöpfen SVP einen Sitz ab: Greta ist im Zurzibiet angekommen

Daniel Weissenbrunner
Daniel Weissenbrunner
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Grüne, Listenplatz 2 – Isabelle Schmid

Grüne, Listenplatz 2 – Isabelle Schmid

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Die Zurzibieter Parteienlandschaft ist am Sonntag kräftig durchgeschüttelt worden. SVP, FDP und SP mussten schmerzhafte Verluste einstecken. Zusammen verloren sie fast zehn Prozent Wähleranteil. Demgegenüber steht die CVP, die sich nach jahrelangem Krebsgang auf eindrückliche Art zurückgemeldet hat und anstatt sich in Überlebensstrategien erklären zu müssen, plötzlich der SVP sogar nahe rückt.

Während die SVP auf hohem Niveau Federn lassen musste, ist der Einbruch bei der FDP dramatisch. Statt den Schwung aus den letzten Wahlen mitzunehmen, müssen die Liberalen aufpassen, nicht nur den Anschluss an die bewährten Kräfte zu verlieren, sondern auch von der grünen Welle nicht überrollt zu werden. Der «Green change» hat auch im bürgerlichen Bezirk Einzug gehalten. Dass die Zurzibieter Grünen von Klimavorreiterin Greta Thunberg und der Fridays for Future-Bewegung profitierten, dürfte nur eine Erklärung für den historischen Erfolg mit dem Sitzgewinn von Isabelle Schmid sein.

Der Bezirk mit seinen drei Atomkraftwerken sieht sich wie kaum eine andere Region mit Lösungen in der Energiewende konfrontiert. Ob die Grünen dieses entgegenbrachte Vertrauen nun rechtfertigen können, muss sich zeigen. Sie stehen jetzt noch stärker in der Pflicht.