Fussball, 2. Liga inter
Nach drei Niederlagen zum Siegen zurückgefunden: Klingnau bezwingt Wangen bei Olten mit 6:0

Im vierten Spiel der Rückrunde landet der FC Klingnau seinen ersten Vollerfolg. Das Team von Samir Bajramovic gewinnt gegen das letztklassierte Wangen bei Olten klar und deutlich. Der Trainer lobt viele Spieler für ihren Auftritt explizit, doch es gibt auch kritische Worte.

Alessandro Crippa
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Heroid Gjoshi hat im Mittelfeld wieder die Fäden gezogen und wird vom Trainer gelobt.

Heroid Gjoshi hat im Mittelfeld wieder die Fäden gezogen und wird vom Trainer gelobt.

Alessandro Crippa

Bis zum Sonntag hat der FC Klingnau drei Ernstkämpfe bestritten im Jahr 2022. Alle drei verlor er jeweils mit 0:4. Vorgestern scheint ihm aber ein Befreiungsschlag gelungen zu sein. Den letztklassierten FC Wangen bei Olten schickt er mit einer 6:0-Packung nach Hause.

Trainer Samir Bajramovic ist zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft: «Vor allem die Abwehr, unsere Viererkette, war sehr überzeugend», sagt er nach dem Spiel. Aber auch im Mittelfeld habe er Verbesserungen ausmachen können. Der FC Klingnau hätte bereits früh in Führung gehen können, bekam aber zweimal einen Penalty nicht.

Bis zur 65. Minute ist die Entscheidung herbeigeführt

Nach 17 Minuten war es dann Danjiel Martic, der Winter-Neuzugang, der die Führung erzielen konnte. Nach 37 respektive 39 Minuten doppelten Anto Gudelj und Milos Ivanovic, ebenfalls im Winter gekommen, nach.

Milos Ivanovic (rechts) erzielt für Klingnau seine ersten Tore.

Milos Ivanovic (rechts) erzielt für Klingnau seine ersten Tore.

Alessandro Crippa

Das 3:0 zur Pause brachte den Klingnauern Sicherheit und weiteres Selbstvertrauen. Dieses zeigte sich bei Heroid Gjoshi, der gleich nach der Pause aus grosser Entfernung abzog und traf. Ein Sonntagsschuss. Nach einer Stunde krönten sich Martic und Ivanovic jeweils noch zu Doppeltorschützen und führten die Entscheidung herbei.

Viel Lob...

Nach dem Spiel bekommen mehrere Spieler von ihrem Trainer ein Sonderlob. Die drei Verteidiger Ygit Özata, Tobias Merki und Durim Beciraj sowie Mittelfeldstratege Heroid Gjoshi und Doppeltorschütze Milos Ivanovic. Die beiden Innenverteidiger, das sind Merki und Beciraj, hätten die Abwehr zusammengehalten und dafür gesorgt, dass die Null am Schluss des Spiels steht. Schon im letzten Spiel habe man trotz vier Gegentoren eine Steigerung hingelegt, sagt Bajramovic, nun sei der Defensivverbund aber nochmals stärker geworden. «Bei ihnen hatte ich aber sowieso null Bedenken», sagt der Trainer.

Samir Bajramovic über ...

  • ... Ygit Özata: «Er hat sich sehr gesteigert in den letzten Wochen. Er hat es schon im letzten Spiel gut gemacht und eine starke Leistung abrufen können. Gegen Wangen bei Olten war er sogar der beste Mann auf dem Platz. Er hat immer an sich geglaubt, war immer im Training, ging in der zweiten Mannschaft aushelfen und hat nun seine Chance genutzt.»
  • ... Heroid Gjoshi: «Seine Schusstechnik ist bewundernswert. So etwas habe ich selten gesehen. Er kann aus 30 Metern abziehen und alle im Glauben lassen, dass der Versuch über das Tor geht. Aber im richtigen Moment senken sich seine Bälle noch. So auch in diesem Spiel. Wir brauchen ihn in jedem Spiel und sind automatisch besser, wenn er auf dem Platz steht.»
  • ... Milos Ivanovic: «Es hat mich beeindruckt, wie er gearbeitet, gedribbelt und die Mitspieler eingesetzt hat. Zwei Tore und zwei Vorlagen in einem Spiel, das ist stark. Bei seinem Tor hat er im Strafraum grosse Nervenstärke bewiesen, seine Ruhe am Ball ist fantastisch, technisch ist er überragend. Und das Beste ist, dass er noch nicht sein Maximum erreicht hat, ich weiss, dass er sogar noch mehr kann. Er kann der Mann sein, der Spiele im Alleingang entscheidet.»

... aber auch Kritik

Neben allem Lob machte sich aber auch eine gewisse Unzufriedenheit beim Trainer breit. Nachdem die Partie nach dem sechsten Klingnauer Tor quasi entschieden war, nahm Bajramovic einige Auswechslungen vor. Doch nicht alle Einwechselspieler hätten ihn überzeugen können, ihnen habe die letzte Konsequenz gefehlt. Das sollte nicht sein, bemängelt der Chef: «Egal, wie der Spielstand ist, ich will hundertprozentigen Einsatz sehen von meinen Spielern. Die Ersatzspieler müssen immer mehr leisten, damit sie sich aufdrängen können. Das ist ihre Chance, mir zu zeigen, ‹Hey, ich gehöre in die Startaufstellung›. Doch das ist diesmal nicht gelungen.»

Lob und Kritik gibt es von Samir Bajramovic (Mitte) für seine Spieler.

Lob und Kritik gibt es von Samir Bajramovic (Mitte) für seine Spieler.

Alessandro Crippa

Kommenden Samstag steht dann das schwierige Spiel beim viertklassierten Dietikon an. Diesen Gegner konnte man allerdings bereits bezwingen. Das Selbstvertrauen ist dank des 6:0-Siegs gestiegen und genügend hoch, um sich einen erneuten Erfolg gegen die Limmattaler zuzutrauen.