Fussball, 2. Liga inter
Der FC Klingnau verliert gegen Leader Rotkreuz klar – und der Trainer stellt einen Vergleich mit Paris St. Germain an

Im zweiten Rückrundenspiel der 2. Liga interregional setzt es für den FC Klingnau die zweite Niederlage ab. Wiederum lautet das Resultat 0:4. Warum Trainer Samir Bajramovic dennoch viel weniger enttäuscht ist als noch vor einer Woche.

Alessandro Crippa
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Klingnau-Trainer Samir Bajramovic muss die zweite Rückrunden-Niederlage mit seinem Team hinnehmen.

Klingnau-Trainer Samir Bajramovic muss die zweite Rückrunden-Niederlage mit seinem Team hinnehmen.

Alessandro Crippa

Als das Abschlusstraining des FC Klingnau vor dem Spiel gegen Leader Rotkreuz mit dem «Mätschli» am Schluss läuft, unterbricht Trainer Samir Bajramovic das Treiben immer wieder. Der Grund ist, dass die Abwehrspieler die Bälle nicht konsequent aus der Gefahrenzone befördern, sondern eher das Dribbling suchen.

Es ist ein bekanntes Problem der Klingnauer. Und es ist auch eines im Spiel vom Sonntag gegen die ungeschlagenen Zuger, als es das Heimteam vor dem zweiten Gegentreffer nicht schafft, den Ball unspektakulär wegzudreschen und stattdessen ein Tor hinnehmen muss. Samir Bajramoivic ärgert sich: «Wir haben es doch extra noch geübt im Training.» Am Ende hat Klingnau gegen Rotkreuz keine Chance und unterliegt mit 0:4.

Und dann stellt Bajramovic einen spannenden Vergleich an: «Wieso hat Paris St. Germain in der Champions League gegen Real Madrid verloren?» Die Frage beantwortet er gleich selber: «Weil Goalie Donnarumma vor dem ersten Tor den Ball nicht weggehauen hat.» Auch Profis würden Fehler machen, klar. Aber es gebe einfach solche, die man sich nicht erlauben dürfe. Dazu gehören Ballverluste im eigenen Strafraum.

PSG-Goalie Gianluigi Donnarumma kassiert nach einem Eigenfehler ein bitteres Gegentor – und hat ein ähnliches Problem wie der FC Klingnau.

PSG-Goalie Gianluigi Donnarumma kassiert nach einem Eigenfehler ein bitteres Gegentor – und hat ein ähnliches Problem wie der FC Klingnau.

Manu Fernandez

Drittes Gegentor nach herrlichem Weitschuss

Vor Wochenfrist hat der FC Klingnau bereits 0:4 verloren, beim Rückrundenauftakt in Sursee. Damals sprach Trainer Bajramovic von einer katastrophalen ersten Halbzeit. Das tut er diesmal nicht. Stattdessen anerkennt er die Stärke des Gegners:

«Rotkreuz ist sicher zwei, wenn nicht drei Klassen besser als wir. Sie stehen verdient an der Spitze und wären der richtige Aufsteiger.»
Der FC Rotkreuz ist aktuell das Mass aller Dinge in der «Klingnauer» Gruppe 5 und führt die Tabelle mit grossem Vorsprung an.

Der FC Rotkreuz ist aktuell das Mass aller Dinge in der «Klingnauer» Gruppe 5 und führt die Tabelle mit grossem Vorsprung an.

Bild: Maria Schmid

Schon zur Pause sehen sich die Zurzibieter mit einem 0:3-Rückstand konfrontiert. Das erste Tor fällt nach elf Minuten. Danach hat das Heimteam die Chance auf den Ausgleich, doch Anto Gudelj vergibt sie. Und auch nach dem zweiten Gegentor bietet sich eine gute Möglichkeit, diesmal bringt Milos Ivanovic den Ball nicht im Tor unter.

Das dritte Tor ist dann eines der Marke Sonntagsschuss. «Ich weiss gar nicht, ob er überhaupt schiessen wollte», sagt Bajramovic über den Torschützen. Der trifft aus rund 30 Metern herrlich. Hinterher sagt der Klingnauer, da könne er niemandem einen Vorwurf machen können. Ein solcher Gegentreffer könne er akzeptieren. Allerdings: «Wir müssen diese Hundertprozentigen ausnützen.»

Der Abstand auf den ersten Abstiegsplatz beträgt noch drei Punkte

Grundsätzlich hält sich der Ärger über die zweite 0:4-Niederlage im Jahr 2022 in Grenzen. Weil Klingnau merkt, dass es gegen Rotkreuz wenig zu bestellen hat. Und weil es sich gegenüber dem Sursee-Spiel dennoch ein Stück weit steigern konnte. Die beiden Trainer, Samir Bajramovic und René Erlachner, sind sogar zwischenzeitlich zum Scherzen aufgelegt - weil das Resultat so klar ist.

Nichtsdestotrotz wollen die Zurzibieter im nächsten Spiel nochmals besser performen. Gegner ist dann der FC Schötfland, der aktuell auf dem 4. Rang liegt. Klingnau ist weiterhin knapp über dem Strich klassiert, auf dem 11. Platz. Drei Punkte beträgt der Vorsprung auf Lachen/Altendorf noch. Im Hinspiel setzte es ein 0:5 ab. Der FCK hat also auch etwas gutzumachen.