Döttingen
Ein Take-away soll in der «Kulturtankstelle» einziehen

Vor zwei Jahren schloss die Döttinger Kulturinstitution. Nun liegt das Umnutzungsgesuch für ein Imbiss-Lokal auf.

Stefanie Garcia Lainez
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Hier könnten bald ein Take-away einziehen.

Hier könnten bald ein Take-away einziehen.

Severin Bigler

Nach fast 18 Jahren, 43 Ausstellungen und 200 Veranstaltungen mit 150 Künstlern schloss die «Kulturtankstelle» in Döttingen Ende 2018 ihre Tore. Noch immer stehen mehrere Oldtimer und Gemälde im früheren Ausstellungsraum an der Hauptstrasse 78 neben der Ruedi Rüssel Tankstelle. Bald könnte in einem Teil des ehemaligen Ausstellungsraumes ein Take-away einziehen.

Das entsprechende Gesuch zur Umnutzung und baulichen Anpassungen sowie für die Sanierung des Flachdachs liegt bis Dienstag, 24. November, auf der Abteilung Bau und Planung in Döttingen auf.

Gemäss Baugesuch planen die Grundeigentümer Ruedi und Evelyn Neff einen Take-away mit einem Pizzaofen, zwei WCs sowie eine weitere Toilette, die behindertengerecht ist. Im Lokal soll es auch Platz für mehrere Tische haben.

Als Betreiber ist Maurizio Saba vorgesehen. Er betreibt schon jetzt auf derselben Liegenschaft den Take-away «Maurizio – Pizza & Panini», wenn auch nicht in den Räumlichkeiten der «Kulturtankstelle». Bis Ende März hatte er im Traditionsrestaurant Salmen gewirtet. In der ehemaligen Gastwirtschaft, die über 500 Jahre lang Bestand, sollen nun zwei Wohnungen eingebaut werden. Das entsprechende Umnutzungsgesuch der Besitzerin Jmai AG mit Sitz in Baden lag vor kurzem auf. Einsprachen gegen das Projekt gab es keine, das Bewilligungsverfahren läuft noch.

Das Gebäude neben der Tankstelle, die keine 200 Meter vom früheren «Salmen» entfernt liegt, ist noch immer mit «Kulturtankstelle» angeschrieben. Im Jahr 2006 wurde sie in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Autogarage ins Leben gerufen. Sie entwickelte sich unter der Leitung von Ruedi Neff und einem Kuratorium zu einer wichtigen Kulturinstitution und zum Aushängeschild der Kunstszene im Unteren Aaretal.

In Erinnerung bleibt besonders der Skulpturenweg Aare-Surb vor vier Jahren, der über 3000 Besucher nach Döttingen lockte. Ende 2018 wurde der Betrieb jedoch eingestellt. Der Förderverein Brennstoff Kulturtankstelle schrieb damals in einer Mitteilung, dass Mitglieder- und Sponsorenbeiträge nicht ausreichen würden, um das angestrebte und gebotene Qualitätsniveau langfristig zu finanzieren.

Trotz guten Besucherzahlen und vielen Initiativen sei es nicht gelungen, Subventionen in «annähernd genügendem Mass» zu erhalten.