Baldingen
Die welke «Rose» soll in neuer Pracht erblühen

Nachdem die langjährige Wirtin der Baldinger Dorfbeiz «Rose» in Pension gegangen ist, soll ein die Gründung einer Genossenschaft ihre Zukunft sichern. Bereits im Sommer 2017 könnte nach einem Umbau die Wiedereröffnung gefeiert werden.

Rosmarie Mehlin (Text und Foto)
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Restaurant Rose in Baldingen
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Aus dem Holzschopf soll ein Hausteil zum Wohnen werden
Das Restaurant soll künftig Wohnteil sein
Mitglieder der Arbeitsgruppe v.l. Martin Süss, Thomas Knecht und Frank R...
Die Rose war stets beliebt bei Gästen aus nah und fern
Im ersten Sock und Dachgeschoss entstehen Wohnungen
Wo heute Autos stehen, soll eine Gartenbeiz entstehen

Restaurant Rose in Baldingen

Rosmarie Mehlin

Zusammen bilden sie seit über 100 Jahren das Herzstück von Baldingen: Die markante Kirche St. Agatha des bedeutenden Architekten Karl Moser und schräg gegenüber das Restaurant Rose. Seit 1968 wirtet Martha Brusa auf der «Rose». Gerade erst 75 geworden, geht sie im Verlauf dieses Jahres in den zwar wohlverdienten, aber für ihre Gäste schmerzlichen Ruhestand.

Um das endgültige Aus der «Rose» zu verhindern, hatte die Gemeinde Ende 2014 die Liegenschaft käuflich erworben. Seit letztem Frühling beschäftigt sich eine neunköpfige Arbeitsgruppe mit der Zukunft der «Rose». Gestern Abend haben der ehemalige Gemeindeammann Thomas Knecht als Präsident der Arbeitsgruppe, Gemeindeschreiber Frank Reinhard als deren Aktuar sowie, als Finanzverantwortlicher, Martin Süess, Leiter Finanzen in der Verwaltung 2000, die Bevölkerung über das Ergebnis ihrer Arbeit informiert.

Die unter Beiziehung des Architekturbüros «Architheke» Brugg, eines Notars, der regionalen Raiffeisenbank und der Gastro-Beratungsfirma «Promafox» Bad Zurzach entstandene Machbarkeitsstudie zeichnet eine «rosige» Zukunft – sofern sich die Liebe zu Baldingen und seiner Beiz auch in barer Münze niederschlägt.

Gartenbeiz und Lofts

Ein zentrales Anliegen ist: Die Liegenschaft soll zwar einschneidend um-, aber nichts Neues aufgebaut werden. Das neue Restaurant wird auf das heutige Säli mit 50 Plätzen begrenzt; die Küche im heutigen Lagerraum an dessen Rückwand eingerichtet. Zum heutigen Parkplatz hin ist eine Gartenbeiz mit 30 bis 40 Plätzen geplant. Im jetzigen Restaurantteil, im ersten Stock und im Dachgeschoss entstehen insgesamt fünf Wohneinheiten: eine Dreieinhalbzimmer- und zwei Maisonette-Wohnungen sowie zwei Lofts. Aus dem, ans Restaurant angebauten, verwitterten Holzschopf wird ein separater Hausteil mit Balkon. «Wir stellen uns vor, dass wohl eher Singles und Paare in die ‹Rose› einziehen werden als Familien», bekennt Thomas Knecht.

Geplant ist im kommenden April die Gründung der Genossenschaft Restaurant Rose mit dem vorrangigen Zweck, den Erhalt des Restaurants langfristig zu sichern. Jedes Genossenschafts-Mitglied muss mindestens einen und darf höchstens 200 Anteilscheine zum Nennwert von 1000 Franken übernehmen. Nachschusspflicht oder Haftbarkeit des einzelnen Mitglieds sind ausgeschlossen. Nach der Gründung soll die Genossenschaft als erstes für 300 000 Franken Grundstück und Gebäude erwerben, die Ende 2014 von der Einwohnergemeinde für diesen Betrag gekauft worden waren.

Zügig voran

Klappt alles wie von der Arbeitsgruppe geplant, wird bereits im Sommer nächsten Jahres die «Rose» in neuer Pracht erblühen. «Nach der Gründung der Genossenschaft sind im kommenden Juni die Präsentation des Bauprojekts vorgesehen und im Oktober die Erteilung der Baubewilligung. Im Frühling 2017 steht die erste Genossenschafts-GV auf dem Zeitplan und im darauffolgenden Juni die Eröffnung des Restaurants. Der Bezug der Wohnungen ist im Dezember 2017 vorgesehen», verkündet Thomas Knecht.