Bad Zurzach
Die Freibad-Saison im Aargau ist eröffnet – bei drei Grad Aussentemperatur

Die Regibad-Saison ist am Karfreitag bei kalten drei Grad eröffnet worden. Und trotzdem waren eine Viertelstunden nach Beginn bereits ein Dutzend Schwimmer im Wasser. Kein Wunder, das war 23 Grad wärmer als die Aussentemperatur.

Rosmarie Mehlin
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Da schwimmt sie bereits wieder, die Open-Air-Schwimmgemeinde, beobachtet vom Badmeister.bkr

Da schwimmt sie bereits wieder, die Open-Air-Schwimmgemeinde, beobachtet vom Badmeister.bkr

Grau in Grau wölbt sich der Himmel über dem satten Blau im 50-Meter-Chromstahlbecken. Feiner Dampf steigt daraus empor, 26 Grad warm ist das Wasser, drei Grad kalt die Luft. Von blossem Auge sind nicht weit entfernt, in höheren Lagen, noch Schneefelder auszumachen.

Na und, die Freibad-Saison ist eröffnet. Um der frühen Ostertage willen, war das – statt wie üblich am 1. April – bereits am gestrigen Karfreitag der Fall. Die eingeschworene OpenAir-Schwimmgemeinde war begeistert. Zwischendurch hat sogar die Sonne leicht geblinzelt, grad so, als würde sie ihren Augen nicht trauen. Denn bereits fünf Minuten vor der offiziellen Eröffnung um 10 Uhr sind Ursula und Roland Dathe aus dem gegenüberliegenden deutschen Rheinheim ins Becken getaucht.

Eine Viertelstunde später pflügte ein Dutzend Schwimmer mit roten Nasen durchs warme Nass. Die Kassiererinnen Frieda Sauser und Maria Haas hatten alle Hände voll zu tun: Innert einer Stunde stellten sie fast 30 Saisonabonnemente aus.

Den Badmeistern Sacha Smonig und René Beerli ging die Arbeit auch den Winter hindurch nie aus – im Gegenteil: Diesmal hatte, zu den üblichen Wartungs-, Ausbesserungs- und Reinigungsarbeiten, viel Unvorhergesehenes sie auf Trab gehalten. «Ende Jahr hatten Vandalen ganz enorm gewütet. Sie haben unter anderem das Brett auf dem 3-Meter-Sprungturm angesägt und mehrere Plexiglasscheiben, die den Turm sichern, zerschlagen.

Das Eingangstor war komplett zerstört worden, die Rollläden vom Technikraum eingedrückt, die Aussenmauer vollständig versprayt und im Nichtschwimmerbecken mussten 25 Quadratmeter Plättli ersetzt werden, die mit Steinen kaputtgemacht worden waren», schildert Daniel Metzger, Regibad-Präsident und -Betriebsleiter.

Insgesamt habe die Zerstörungswut der (noch) unbekannten Täter Schäden von zwischen 40 000 und 50 000 Franken verursacht. Damit das Bad dennoch rechtzeitig in die Saison starten konnte, hätten – so Metzger – zusätzliche Arbeitskräfte, teilweise auch Spezialisten, angestellt werden müssen. Wie schon letztes Jahr bewirtet die Familie Yilmaz vom «Zurzi Imbiss» die Gäste im Badi-Restaurant. Die Eintritts- und Abopreise sind unverändert geblieben.

Längerfristig stehen dem Regibad grosse Änderungen bevor. Dazu der Bad Zurzacher Gemeinderat Chris Schweizer, Mitglied einer Arbeitsgruppe, die sich mit der Zukunft des Regibad befasst: «Am dringlichsten sind Erneuerungen rund um Garderoben und Restaurant. Diese mit ihren vielen Beton-Spitzdächern markanten, aber inzwischen maroden Bauten von 1968 sollen in einer ersten Etappe abgebrochen werden. Das neue Restaurant soll am Rheinufer zu stehen kommen, die Garderoben neben dem Eingang anstelle des jetzigen Restaurants.»

In einer zweiten Etappe sind geht es um den Beckenbereich. Vision der Arbeitsgruppe ist es, in einer dritten Etappe, wo heute der Werkhof der Gemeinde steht, einen Wellness- und Fun-Park zu schaffen. «Da sich Bad Zurzach die 3,7 Millionen Franken nicht leisten kann, die für die Realisierung aller Pläne veranschlagt sind, ist die Arbeitsgruppe zurzeit vor allem mit Kostenoptimierung beschäftigt.» Die Hoffnung, dass die erste Etappe im Herbst in Angriff genommen werden könne, sei intakt, so Schweizer.

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