Schneisingen
Atommüll: Erleichterung in Schneisingen nach Nein zur Oberflächenanlage

Gemeindeammann Claudia Graf freut sich, dass in der Gemeinde Schneisingen keine Oberflächenanlage zur Verpackung von Atommüll gebaut wird. Ungeeignet gewesen wäre ihre Gemeinde vor allem wegen der Einsehbarkeit des Geländes, erklärt Graf.

Pirmin Kramer
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Claudia Graf.ZVG

Claudia Graf.ZVG

Gemeindeammann Claudia Graf hat kein ganz sorgenfreies Jahr hinter sich. Denn bei der Suche nach einer Oberflächenanlage zur Verpackung von Atommüll kam Anfang 2013 unerwartet der Standort Schneisingen ins Spiel.

20 mögliche Standorte für eine solche Anlage hatte die nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) im Januar 2012 in verschiedenen Gebieten der Schweiz vorgeschlagen.

Die Regionalkonferenz «Nördlich Lägern» und der Kanton Zürich waren mit den Vorschlägen in ihrer Region aber nicht zufrieden, die Nagra suchte weiter – und schlug neu unter anderem den Standort Schladwisen in Schneisingen vor.

Wieder von der Liste gestrichen

Bei der letzten Versammlung der Regionalkonferenz in Weiach ZH ist Schneisingen nun aber wieder von der Liste gestrichen worden. «Wir sind sehr erleichtert», sagt Gemeindeammann Claudia Graf.

An der Sitzung in Weiach hatten Mitglieder der Fachgruppe der Vollversammlung die einzelnen Standorte vorgestellt und deren Vor- und Nachteile detailliert erörtert.

Die Fachgruppe erachtete Schneisingen in ihrer Einschätzung als den am wenigsten geeigneten Standort in der Region «Nördlich Lägern». «Die Vollversammlung hat Schneisingen dann auch als Erstes von der Liste gestrichen. Der Standort Schneisingen ist jetzt zum Glück vom Tisch», sagt Graf.

Ungeeignet gewesen wäre Schneisingen vor allem wegen der Einsehbarkeit des Geländes, erklärt sie. «Von praktisch jedem Quartier Schneisingens aus kann man das Gebiet erblicken, das für die Anlage vorgesehen war.»

Weitere Kritikpunkte: Die Anlage wäre in einem Wildtierkorridor von nationaler Bedeutung zu stehen gekommen, ausserdem wären wertvolle Fruchtfolgeflächen verschwunden.

Experten der Nagra hatten erklärt, dass die Anlage in Schneisingen aus rein technischer Sicht möglich wäre. «Raumplanerisch aber, das muss man in dieser Deutlichkeit sagen, hätte eine Oberflächenanlage keinen Sinn gemacht», sagt Graf. Zum Glück hat dies auch die Vollversammlung so gesehen.»

Auch aus dem Kanton Zürich hätten viele Vertreter gegen den Standort Schneisingen gestimmt. «Das war erfreulich und für uns ein ermutigendes Zeichen dafür, dass es nach wie vor um die Sache geht und nicht um einen Kampf zwischen dem Aargau und Zürich», sagt Graf.