Unteres Aaretal
Altersheim-Pläne: Zuversicht hüben, vorsichtige Annäherung drüben

Nach dem Eklat im Gemeindeverband «Regionales Altersheim» im Juni nähern sich die Abgeordneten wieder an. Koblenz steht nun hinter dem Projekt, anders Böttstein. Ausbau-Pläne bei den Pflegeplätzen hegt auch das Regionalspital in Leuggern.

Nadja Rohner
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Das Regionale Altersheim in Döttingen braucht mehr Platz – bei den Kosten für die Erweiterung scheiden sich die Geister. (Archiv)

Das Regionale Altersheim in Döttingen braucht mehr Platz – bei den Kosten für die Erweiterung scheiden sich die Geister. (Archiv)

Franz Vögeli

Es geht etwas in Sache Alters- und Pflegeheime im Unteren Aaretal. In Leuggern will das Asana Spital in einem Erweiterungsbau zusätzliche Pflegeheim-Betten schaffen.

In der «Botschaft» führt Spitaldirektor René Huber aus, man wolle «mit dem Erweiterungsbau primär den heutigen Bedürfnissen nach Einzelzimmern gerecht werden».

Insgesamt schaffe man rund 18 zusätzliche Betten. Dazu werde gemäss aktuellem Planungsstand das bestehende Personalhaus um eine Etage aufgestockt und daneben ein dreistöckiger Anbau realisiert. Bis zur Umsetzung werde es noch mindestens zwei bis drei Jahre dauern.

Ennet der Aare, in Döttingen, nähern sich die Abgeordneten des Gemeindeverbands «Regionales Altersheim» nach dem Eklat im Juni vorsichtig wieder an. Damals hätte ein Projektierungskredit von 250 000 Franken für die Altersheim-Sanierung und -Erweiterung gesprochen werden sollen. Die Klingnauer und Döttinger Abgeordneten waren dafür, Böttstein und Koblenz dagegen.

Böttstein verbannte mittels Antrag den Klingnauer Vertreter Peter Bühlmann in den Ausstand, weil er in einer vorbereitenden Arbeitsgruppe tätig gewesen war – so konnten die Gegner das Projekt bachab schicken. Die Begründung: Der geplante Erweiterungsbau sei mit geschätzten 17 Mio. Franken Investitionskosten zu teuer.

Eisige Stimmung

Die Stimmung zwischen den Verbandsgemeinden war daraufhin zeitweise eisig, Heimvorstandpräsident Ueli Bugmann (Döttingen) warf gar sein Amt hin. Jetzt scheint man zumindest teilweise in die gleiche Richtung zu gehen: An einer erneuten Abgeordnetenversammlung letzte Woche wurde der Projektierungskredit doch noch gutgeheissen – erneut gegen den Willen Böttsteins, aber mit dem Koblenzer Segen.

«An der Informationsveranstaltung im Oktober wurden wir sehr offen und detailliert über Anzahl der Zimmer, Kosten, Veränderungen und das Sparpotenzial informiert», sagt Ammann Heidi Wanner (Koblenz). « Wir stehen jetzt klar hinter dem Projekt, es soll sauber weiterverfolgt und ausgearbeitet werden.»

«Transparent informieren»

Allerdings müsse weiterhin transparent informiert werden, «sodass wir eingebunden sind und bei Bedarf nachhaken können». Durch die Ereignisse vor und während der Abgeordnetenversammlung im Juni, bei welcher der Kredit abgeschmettert worden war, sei «ein Haufen Geschirr zerschlagen worden», sagt Wanner. «Deshalb müssen wir jetzt das Vertrauen wieder bilden und positiv in die Zukunft schauen.»

Böttstein will nach wie vor nicht voll hinter dem Projekt stehen – primär wegen der Kosten. Man hatte gefordert, dass die Heim-Erweiterung bei 24 Betten maximal 8,4 Mio. Franken kosten darf, zusätzlich 3,8 Mio. für die Sanierung des Altbaus. «Das entspricht einem Total von 12,2 Mio.», schreiben die Böttstemer in einem Statement. «Die nun vorliegende Kostenschätzung in der Höhe von 13 Mio. übersteigt nicht nur die von der Abgeordnetenversammlung gesetzte Kostenobergrenze, sie beinhaltet auch lediglich die Kosten für den Neubau und blendet die Kosten für die Sanierung des Altbaus völlig aus.»

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