Bis 1990 bestand die Rheintalbahn, die direkte Zugverbindung von Winterthur nach Basel über Bülach, Koblenz und Laufenburg. Heute wird die Bahntrasse zwischen Laufenburg und Koblenz einzig für den Güterverkehr verwendet. Vor wenigen Wochen erhielt die Idee Auftrieb, diese Strecke wiederzubeleben. Gegründet wurde dafür eigens die Arbeitsgemeinschaft Winterthur-Basel (Wiba). Heute dauert die Fahrt zwischen der zweitgrössten Zürcher Stadt an die Rheinmetropole 84 Minuten. Das soll mit der Rheintalbahn in rund einer Stunde möglich sein. 

Bereits hat die Politik der Idee Auftrieb gegeben: Der Zürcher SP-Nationalrat Thomas Hardegger reichte in Bern einen Vorstoss an Bundesrätin Doris Leuthard ein. Darin geht es auch um die Kosten einer Reaktivierung.

Nun forcieren auch die Zurzibieter Grossräte Andreas Meier und René Huber (beide CVP) die Reaktivierung: In einer Interpellation stellen sie dem Aargauer Regierungsrat fünf Fragen. Sie wollen wissen, ob dieser Kontakt mit der Arbeitsgemeinschaft aufgenommen hat und die Ansicht teilt, dass die Verbindung für den nördlichen Aargau von grosser Bedeutung wird. Zudem wollen sie wissen, wie die Regierung den Einfluss der Strecke auf den Tourismus im Kur- und Wellnessort Bad Zurzach einschätzt und ob Berechnungen vorliegen, wie viele Zugpassagiere die Strecke nutzen könnten und welche finanziellen Aufwände bei einem Stunden- oder Halbstundentakt erwartet. 

Durch die Grenzlage sei das Aargauer Gebiet von Kaiserstuhl bis Laufenburg in seiner Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung gehemmt. "Das Einkommen dieser ländlichen Region wird in den Wirtschaftsräumen des Bezirks Baden und des Kantons Zürich erworben", schreiben Meier und Huber. "Eine Konzentration auf diese Arbeitsmärkte birgt die Gefahr geografischer Inflexibilität." Eine bessere Anbindung an Basel und an Winterthur würde der Bevölkerung die Wirtschaftsräume Basel und Winterthur besser erschliessen und Bad Zurzach mehr Gäste aus diesen Regionen bescheren. 

"Für das Zurzibiet und das Fricktal ist die Grenzlage bezüglich wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklung eine Herausforderung", schreiben Meier und Huber. Sie bitten den Regierungsrat, dieser Situation in der Beantwortung Rechnung zu tragen. Ihre Interpellation ist von zwölf Mitgliedern des Grossen Rats mitunterzeichnet worden.