Diebstahl

SBB-Mitarbeiter klauen Kupfer und behaupten: «Das geschieht täglich»

Die Diebe haben insgesamt 101 Mal Kupfer-Fahrleitungsdraht geklaut. (Symbolbild)

Die Diebe haben insgesamt 101 Mal Kupfer-Fahrleitungsdraht geklaut. (Symbolbild)

Zwei SBB-Mitarbeiter wurden verurteilt, weil sie bei ihrem Arbeitgeber 28 Tonnen Kupfer im Wert von 180'000 Franken geklaut haben. Vor Gericht behauptete der eine Angeklagte, dass dies bei den SBB täglich passieren würde. Ist das so?

Zwei SBB-Angestellte beklauten über drei Jahre ihren eigenen Arbeitgeber: Insgesamt liessen sie 28 Tonnen Kupfer im Gesamtwert von Fr. 181'841.85 mitlaufen und verkauften die Beute als Altmetall an eine Recyclingfirma in Wohlen. Die beiden mittlerweile geschassten SBB-Mitarbeiter wurden verurteilt zu je 24 Monaten bedingt mit einer Probezeit von drei Jahren. 

Vor Gericht behauptete der eine Angeklagte, Kupferdiebstähle passierten bei den SBB täglich – das wäre allgemein bekannt. SBB-Mediensprecher Daniele Pallecchi sagt dazu nur: "Das ist Unsinn! Das stimmt nicht." Bei den SBB gäbe es rund 25 Kupferdiebstähle pro Jahr, das wären alle zwei Wochen ein Diebstahl. 2013 gab es mit 50 Fällen eine Häufung – also pro Woche ein Fall, seither seien die Ereignisse aber wieder rückläufig, so Pallecchi. Den Fall vor dem Bezirksgericht Zurzach bezeichnet er als "bedauerlichen Einzelfall". 

Die SBB haben schon länger zahlreiche Massnahmen ergriffen, um Kupferdieben das Leben schwer zu machen. In Lagern gibt es weniger Kupfervorräte als früher, über Nacht wird das Metall nicht mehr draussen stehen gelassen – oder wenn ja, dann überwacht, oder die Polizei macht verstärkt Patrouillenfahrten in der Nähe von gelagertem Kupfer und entlang von Bahnlinien. "So konnten wir die Kupferdiebstähle in letzter Zeit eindämmen", sagt Pallecchi. 

Den letzten grossen Aargauer Fall von Kupferdiebstahl bei den SBB gab es im Oktober 2013 in Zeiningen im Fricktal: Zwei Kilometer Erdungskabel, so genannte Erdseile, haben Unbekannte demontiert im Wert von rund 10'000 Franken. Bereits im Juli haben Diebe auf der gleichen Bahnstrecke mehrere Hundert Meter Erdungskabel gestohlen. 

Die SBB brauchen Kupfer für Fahrleitungen und die dazugehörigen Erdseile. Letzte verlaufen parallel zu den Fahrleitungen und erden im Schadenfall den Strom der Fahrleitung. (fam)

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