Gippingen

Radprofi Silvan Dillier erhält sein eigenes Rennen

Ein Tag im Zeichen seiner Fans: Wer Silvan Dillier bezwingen will, braucht dennoch einen langen Atem.

Ein Tag im Zeichen seiner Fans: Wer Silvan Dillier bezwingen will, braucht dennoch einen langen Atem.

In Gippingen gibt es am Pfingstsonntag Radstars zum Anfassen. An der «Dillier-Classic» fordern Hobbyfahrer den Schneisinger Profi sowie den Olympiasieger Fabian Cancellara heraus.

Es ist nicht unüblich, dass Veranstaltungen nach Sportlern benannt werden. In der Regel aber nach deren Karrierenende. Anders bei Silvan Dillier: Der 28-Jährige befindet sich im besten Radsportalter. Der Fahrer des französischen Teams AG2R La Mondiale bestreitet heuer seine sechste Profi-Saison. In seinem Rennkalender hat er dieses Jahr einen Anlass besonders dick angestrichen: Im Rahmen des Rennformats «Chasing Cancellara» wird am 9. Juni erstmals die «Dillier-Classic» ausgetragen. Die Serie, die 2017 ins Leben gerufen wurde, umfasst acht Rennen in vier Ländern. Die Events sollen Hobby- und Breitensportlern die Gelegenheit bieten, sich mit den Stars zu messen. «Es ist eine echt coole Sache», schwärmt Silvan Dillier.
Den Auftakt dazu macht am nächsten Wochenende ein Paarzeitfahren im italienischen Forlì. Auf einer Zeitfahrstrecke werden 2er-Teams gegen den Namensgeber der Rennserie, den zweifachen Olympiasieger und mehrfachen Weltmeister Fabian Cancellara, antreten.

Ausrichter ist die Firma Human Sports Management AG des ehemaligen Radprofis Armin Meier, bei der Dillier unter Vertrag steht. «Die Idee dazu entstand vor rund drei Jahren», sagt das Aargauer Rad-Aushängeschild. Der Kurs mit Start und Ziel in Gippingen wird in zwei verschiedenen Distanzen absolviert (97 Kilometer, 2200 Höhenmeter und 43 Kilometer, 1050 Höhenmeter). Das Rennen wird als Volksrennen ausgetragen. Nur an sechs Aufstiegen wird die Zeit gemessen. Derjenige mit der tiefsten kumulierten Zeit gewinnt. Die Strecke stammt aus der Feder von Dillier. Sie zählt zu seinen bevorzugten Strecken, wenn er von seinem Wohnort Ehrendingen aus die Trainingsrunden absolviert.

Silvan Dillier war vom Konzept von Beginn an begeistert. «Es bietet mir die Gelegenheit, auf diese Weise etwas zurückzugeben.» Das Jahr über gebe es wenig Möglichkeiten, sich mit den Fans auszutauschen. Seine Agenda ist auch 2019 voll ausgefüllt. Dillier steht an diesem Wochenende bei Gent–Wevelgem am Start. Danach folgen die Flandern-Rundfahrt und Mitte April Paris–Roubaix, jener Klassiker, in dem Dillier seinen bisher grössten Erfolg an einem Eintagesrennen feierte. Im Norden Frankreichs belegte er im vergangenen Jahr hinter Peter Sagan sensationell den zweiten Rang. Es war der erste Schweizer Podestplatz seit dem dritten Rang von Fabian Cancellara 2014.

Vorbereitung auf Tour de Suisse

Zusammen mit Dillier wird auch Cancellara in Gippingen am Start stehen. Neben den beiden hat sich bereits weitere Sport-Prominenz angekündigt: Unter anderem die Rad-Profis Michael Schär und Mathias Frank sowie der Triathlet Jan van Berkel und die frühere Eiskunstläuferin Sarah Meier, die seit letztem Jahr verheiratet sind.

Bei Human Sports ist man zuversichtlich, dass die «Dillier Classic» die erhoffte Resonanz erzeugen wird. Ziel sei es, den Event in den nächsten zwei bis drei Jahren zu etablieren, sagt Sprecher Simon von Allmen. Die Vorzeichen stehen jedenfalls gut: Bereits sind mehr als 100 Anmeldungen eingegangen.

Nebst dem Volksfestcharakter – im Zielraum findet im Anschluss eine Afterparty statt – dient Dillier das Rennen als ideale Vorbereitung. Vier Tage nach der Classic finden die Gippinger Radsporttage mit dem GP des Kantons Aargau statt. «Das ist eine perfekte Konstellation. Sie läutet sozusagen die Phase für die zweite Saisonhälfte ein.» Im Anschluss steht für ihn die Teilnahme an der Tour de Suisse und an der Tour de France auf dem Programm.

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Autor

Daniel Weissenbrunner

Daniel Weissenbrunner

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