Zurzibiet/Fricktal

Hansjörg Knecht kritisiert: Bund zahlt 200 Millionen für deutsche Bahnlinie – und vernachlässigt Schweizer Rheintallinie

Hansjörg Knecht will der Rheintallinie zum Durchbruch verhelfen.

Hansjörg Knecht will der Rheintallinie zum Durchbruch verhelfen.

Mit Überzeugungsarbeit will jene Arbeitsgemeinschaft, die sich für den Ausbau der Bahnlinie zwischen Winterthur und Basel stark macht, das Vorhaben vorantreiben.

Im September letzten Jahres gründete Pierre-François Bocion, ehemaliger Stadtrat von Winterthur, die «Arbeitsgemeinschaft Pro WiBa». Diese Vereinigung hat sich zum Ziel gesetzt, die bestehende Bahnlinie zwischen Winterthur und Basel, die Rheintalbahn, mit Interregio-Zügen aufzuwerten. Die Bahninfrastruktur besteht, dient streckenweise aber nur noch dem Güterverkehr. Zwischen Koblenz und Laufenburg ist der Personenverkehr unterbrochen. Das soll sich nach Meinung der Arbeitsgemeinschaft nun ändern.

Exponenten der Arbeitsgemeinschaft fanden erstmals offiziell in Bad Zurzach zusammen. Ihr gehören mittlerweile namhafte Persönlichkeiten aus Politik, Verbänden und Wirtschaft an, unter anderem Neo-Ständerat Hansjörg Knecht, Nationalrätin Marianne Binder und Grossrat Andreas Meier.

Vorstoss von Hansjörg Knecht

In seinem Referat erläuterte Hansjörg Knecht seinen Vorstoss im eidgenössischen Parlament zur Wiedereinführung von Interregio-Zügen im Rheintal. Hier gelte es, gegenüber dem Bundesrat noch Überzeugungsarbeit zu leisten. Insbesondere müssten die betroffenen Kantone Zürich, Aargau und Basel ihr Interesse an einer solchen Bahnlinie noch klarer zum Ausdruck bringen.

Knecht hat dabei auch deutlich gemacht, dass es nicht angehe, dass der Bund für den Ausbau der deutschen Bahnlinie zwischen Basel und Singen 200 Millionen Franken einsetzen wolle und gleichzeitig die Rheintallinie auf der Schweizer Seite vernachlässige.

Wirtschaftliche Aufwertung

Marianne Binder unterstrich die Bedeutung einer solchen Bahnverbindung für das aargauische Rheintal, das mit dem öffentlichen Fernverkehr bislang nicht gut erschlossen ist. Eine Interregio-Linie würde es der hiesigen Bevölkerung erleichtern, zu ihrem Arbeitsplatz in den Agglomerationen Winterthur, Zürich und Basel zu gelangen, und würde die grösseren Ortschaften an dieser Linie wirtschaftlich markant aufwerten. Sie zeigte aber auch auf, dass im Kanton Aargau – als einem Kanton der Regionen mit seinen vielen Talschaften – das Auto immer ein wichtiges Instrument der Mobilität bleibe und auch bleiben soll.

Andreas Meier zeigte in seinem Referat, dass die Wiedereinführung von Interregio-Zügen im Rheintal nicht zuoberst auf der Traktandenliste des Regierungsrates des Kantons Aargau stehe. Mit der Antwort des Regierungsrates auf seinen Vorstoss war er nicht zufrieden. Deshalb hat er wieder nachgehakt und mit weiteren Grossräten einen neuen Vorstoss eingereicht. Die «Arbeitsgemeinschaft Pro WiBa» hat sich im Anschluss an die Referate neu konstituiert und den Sitz von Winterthur nach Bad Zurzach verlegt. Sie will das Projekt nun durch Überzeugungsarbeit bei allen wichtigen Instanzen vorantreiben. (az)

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