Vor dem Grenzübergang Koblenz staute sich der Verkehr am Freitag zeitweise auf über 4 Kilometern bis zur Nachbargemeinde Klingnau. Der Ärger über die Einkaufstouristen, welche die Kantonsstrasse immer wieder verstopfen, ist bei den Bewohnern im Unteren Aaretal jeweils gross. Wer nicht über die Grenze, sondern nach Koblenz will, muss mit langen Wartezeiten rechnen. 

Bei einem solchen Stau ist die Versuchung offenbar gross, ihn umfahren zu wollen. Immer wieder verlassen deshalb vor allem ortsunkundige Autolenker die Kantonsstrasse bei der Abzweigung zur Landi und fahren über die Hardstrasse. Diese führt vom Industrie- und Gewerbegebiet im Oberen Zelgli durch ein Waldstück, dann über Feldwege zwischen Landwirtschaftsland nach Koblenz. Dabei kann man den Grenzübergang nach Waldshut (D) von der anderen Seite ansteuern, ohne lange im Stau zu stehen.

Doch die Hardstrasse ist mit einem Fahrverbot belegt. Die Regionalpolizei Zurzibiet führte am Freitag eine Verkehrskontrolle durch. Repol-Chef René Lippuner bestätigt dies. "Wir haben am Freitag 1,5 Stunden lang an der Hardstrasse kontrolliert und dabei zehn Autofahrer gebüsst", sagt er. Eine Busse beläuft sich auf 100 Franken. Manche Einkaufstouristen mussten also tiefer, als ihnen lieb war, ins Portemonnaie greifen für ihren Shoppingausflug über die Grenze. Offenbar lassen sich manche ortsunkundige Autofahrer durch ihr Navigationsgerät über die Hardstrasse leiten. Die Ausrede verfängt bei den Polizisten allerdings nicht. Das Fahrverbot ist deutlich signalisiert. Dem Navi sollten Autofahrer also kein blindes Vertrauen entgegenbringen. 

Die Regionalpolizei hat von der Gemeinde Klingnau den Auftrag, das Fahrverbot an der Hardstrasse regelmässig zu kontrollieren. Das Fahrverbot hat die Gemeinde vor einigen Jahren eingeführt, um Sanierungskosten entgegenzuwirken. "Wir erhalten zudem regelmässig Anrufe aus der Bevölkerung, dass das Fahrverbot missachtet und Autolenker dort zu schnell fahren würden", sagt Lippuner. Die Regionalpolizei kontrolliere das Fahrverbot deshalb mehrmals pro Woche. 

Der verbotene Weg über Hardstrasse zum Grenzübergang Koblenz