Nach dem Erfolg der letzten zwei Ausgaben geht der «Vo Buur zu Buur»-Anlass diesen Sonntag in die dritte Runde. Diesmal öffnen fünf Bauernhöfe in der Region Baden-Surbtal ihre Türen.

Eine gute Gelegenheit, Stadt und Land zu verbinden, findet Marina Ender. Sie ist vom Bauernverband Aargau, der für die Organisation des Anlasses zuständig ist. «Die Bauern müssen sich nicht verstecken», sagt sie.

In den letzten Jahren habe sich die Bevölkerung immer weiter von der Landwirtschaft entfernt. «Wir müssen die Menschen aufklären, es wurde viel versäumt und das müssen wir nun nachholen. Heutzutage wissen viele Leute nicht mehr, wo die Milch herkommt.»

Der Anlass trage dazu bei, die Bevölkerung zu sensibilisieren und auf die Regionalität der Produkte aufmerksam zu machen. Besonders am Herzen liege dem Verband das Wohl der Tiere: «Wir wollen, dass die Bevölkerung die falschen Bilder aus dem Kopf bekommt», sagt Ender.

Viele Menschen würden bei dem Begriff Massentierhaltung an ausländische Zustände denken. «Hierzulande haben wir jedoch ganz andere Vorschriften, den Tieren geht es wirklich gut», sagt sie.

Attraktivität für den Beruf aufzeigen

Das soll beispielsweise der Loohof in Endingen zeigen. Familie Hauenstein-Hess betreibt den Hof bereits in dritter Generation. Sie besitzen Mutterkühe, Schweine mit Weidehaltung, Freilandtruten und -poulets, Weidegänse und Damhirsche.

«Die Besucher können all unsere Tiere sehen, auch auf der Weide. So etwas erlebt man nicht jeden Tag», sagt Markus Hauenstein-Hess. Weiter wird es auch eine Bastelecke, Fleischverkauf und Degustation geben.

Der Anlass sei eine gute Gelegenheit, die Bevölkerung anzusprechen und zu beweisen, dass die Landwirtschaft attraktiv ist. «An normalen Tagen trauen sich die Leute nicht, einfach hereinzukommen. Von daher bietet sich eine super Gelegenheit», sagt der Landwirt.

Er freue sich darauf, angeregte Diskussionen zu führen und den Besuchern einen Einblick zu verschaffen. «Ich möchte den Puls rausspüren und wissen, was die Menschen beschäftigt.» Zwischen den fünf Höfen liegen nur wenige Kilometer.

«Die Strecken kann man durchaus mit dem Velo zurücklegen», sagt Marina Ender. Für die weiteste Strecke, die 50 Minuten dauert, rät sie zum Gratis-Shuttlebus.

Die Angebote der einzelnen Höfe seien auf Jung und Alt zugeschnitten. Im Eichhof in Ehrendingen etwa wird ein Tierarzt anwesend sein, dem man über die Schulter schauen kann, genauso wie ein Jäger, der zeigt, wie er mithilfe einer Drohne Rehkitze sucht.

Ein weiteres Highlight des Ehrendinger Hofes sind die ausgestellten Traktoren. Dort werden am Sonntag der neueste und der älteste Traktor der Marke John Deere stehen. Der neueste wurde erst vergangene Woche fertiggestellt, während der älteste bereits vor 91 Jahren fabriziert wurde.

Von Vegi-Älplermagronen bis Bauernhofglace

Auch die Programme der anderen Höfe sind vollbepackt: Unter anderem wird es einen Infostand zu Bienen geben, Süssmost, Degustationen. «Das Programm ist komplett neu. Wir haben darauf geachtet, dass es so vielfältig wird wie nur möglich», erklärt Marina Ender.

Mit von der Partie ist dieses Jahr auch der Sunnehof in Döttingen, dessen Kartoffeln für die Produktion der Zweifel-Chips verarbeitet werden. Der Hof um Familie Zimmermann bietet Abwechslung: «Bei uns wird es Bull-Riding geben.

Das ist sicher eines der Highlights», sagt Otto Zimmermann. Neben Weindegustationen soll es auch einen Kartoffelgraben und einen Spielstand geben. Ebenso kann man die Entwicklung der Kartoffel bis hin zur Ernte beobachten.

Was das Kulinarische betrifft, kommen die Besucher am Sonntag ebenfalls nicht zu kurz: «In allen Höfen wird man satt», sagt Ender und verweist auf die vielen Menüs, die angeboten werden. Von Wildsau-Bratwurst über Vegi-Älplermagronen bis Bauernhofglace, «alles regional aus ihren eigenen Höfen.»

Mehr Informationen finden Sie auf www.landwirtschaft.ag