Bewilligung

Beznau-Gegner spüren nach Mühleberg-Entscheid Aufwind

Politiker fordern die Abschaltung des ältesten Atomkraftwerks der Welt: Beznau im aargauischen Döttingen. Nächste Woche will der grüne Nationalrat Geri Müller dazu einen parlamentarischen Vorstoss eingereichen.

Mit dem Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts zum Atomkraftwerk Mühleberg steigt nun auch der Druck auf das AKW Beznau. «Die Analogie zu Beznau ist offensichtlich», sagt SP-Nationalrat Max Chopard. Rein juristisch unterscheiden sich die Fälle, da gegen Beznau keine Beschwerde hängig ist. Doch in seiner Urteilsbegründung führt das Bundesverwaltungsgericht an, dass das Alter und die Gefährdung einen unbefristeten Betrieb des AKW Mühleberg nicht zulassen. Das hat laut Chopard für Beznau Signalwirkung.

Woher der grüne Nationalrat Geri Müller den Strom nehmen will, wenn die AKWs vom Netz müssen

Woher Geri Müller den Strom nehmen will, wenn die AKWs stillstehen

Beznau ist sehr alt

Denn: Alt ist auch Beznau. Sehr alt sogar. Die Anlage, die 1969 ihren Betrieb aufnahm, ist das dienstälteste AKW der Welt. Und Beznau hat, wie die anderen Schweizer AKW auch, eine unbefristete Betriebsbewilligung. Das soll sich bald ändern. Auf politischem Weg: Der grüne Nationalrat Geri Müller will mit einem parlamentarischen Vorstoss dafür sorgen, dass Atomkraftwerke bei der Feststellung von sicherheitsrelevanten Mängeln sofort heruntergefahren werden.

Dies sieht er beim Aargauer AKW erfüllt: «Beznau läuft noch, obwohl es Risse im Reaktormantel hat und eine mangelhafte Notstromversorgung aufweist. Das ist untragbar.» Derzeit laufen gemäss Müller juristische Abklärungen zum Vorstoss. Nächste Woche will er ihn einreichen.

AKW Beznau vor dem Aus?

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«Für Beznau ändert sich nichts»

Die Beznau-Betreiberin Axpo will von Mängeln allerdings nichts wissen: «Die Reaktorendruckdeckel und das Containment sind vollständig intakt. Das Kernkraftwerk Beznau produziert seit über 40 Jahren zuverlässig Strom und zeichnet sich über all die Jahre durch eine hohe Verfügbarkeit aus», sagt Axpo-Sprecherin Daniela Biedermann.

Auch sonst lässt das Urteil die Axpo kalt: Für Beznau ändere sich nichts, sagt Biedermann: «Das Kernkraftwerk Beznau hat eine unbefristete Betriebsbewilligung und hat jederzeit alle Auflagen der Aufsichtsbehörde erfüllt.» Doch nach dem jüngsten Urteil des Bundesverwaltungsgerichts ist es gut möglich, dass die Anforderungen der Behörden bald strenger werden.

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