Bad Zurzach

Aargauer besucht Sohn in deutscher Nachbarschaft – und kassiert vom Zoll eine Corona-Busse

Für Besuche seines Sohnes nimmt Vater Bussen in Kauf

Für Besuche seines Sohnes nimmt Vater Bussen in Kauf - so berichtet TeleM1.

Während der Coronakrise zieht jeder unerlaubte Grenzübertritt eine Busse von 100 Franken nach sich. Davon sind auch Eltern betroffen, deren Kinder auf der anderen Seite der Grenze wohnen. Betroffene fordern, dass dies geändert wird.

Die Sperrung der deutsch-schweizerischen Grenze trennt nicht nur Liebende, die nicht im selben Land wohnen. Sie hat auch arge Folgen für Familien. 

Einer, der dies am eigenen Leib erfährt, ist Markus Grosskreuz aus Bad Zurzach. Sein Sohn und dessen Mutter leben auf der anderen Rheinseite, im deutschen Lauchringen. Am Karfreitag hat der Vater seinen Sohn besucht. Abends bei der Rückkehr wird er am Zoll in Koblenz gefragt, was der Grund für seinen Aufenthalt in Deutschland gewesen sei.  

"Ich habe den gleichen Grund angegeben wie sonst. Ich habe meinen Sohn besucht", erzählt er TeleM1. "Dann hiess es, das sei nicht mehr vorgesehen. Das gehe gar nicht." Grosskreuz erhielt eine Busse von 100 Franken. 

Der Hintergrund: Die Schweiz hat die Coronavirus-Massnahmen verschärft, um unerlaubte Fahrten aus der Schweiz nach Deutschland und zurück zu unterbinden. Erlaubt ist das Queren der Grenze nur noch aus beruflichen Gründen oder für den Warenverkehr. Auch deutschen Einkaufstouristen, die Wohnsitz in der Schweiz haben, soll damit ein Riegel geschoben werden – die AZ berichtete.

Petition für Besuchsrecht

Sollen Väter wie Markus Grosskreutz nun für jeden Besuch ihres Kindes während der Coronakrise 100 Franken Busse zahlen? Markus Grosskreuz dachte erst, dies sei ihm sein Sohn wert. Mittlerweile ist er sich aber nicht mehr sicher. Auf die Dauer geht dies arg ins Geld. 

Und Grosskreuz ist kein Einzelfall. Auch Maik Riedl, der ebenfalls in Bad Zurzach wohnt und seinen Sohn im deutschen Lauchbringen besuchte, erhielt kürzlich beim Zoll in Koblenz dieselbe Busse von 100 Franken aufgebrummt. Er sammelt nun mit seiner Schweizer Frau Unterschriften für eine Petition. Sie fordern eine Aufhebung des Besuchsverbots von leiblichen und angenommenen Kindern. 

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