Kölliken
Vier Meter fehlten bis zur schiefen Spitze, doch der Ausleger war zu kurz

Der Kirchenpflegepräsident wollte hoch hinaus und die Kirchturmspitze kontrollieren. Doch die 50 Meter hohe Turmspitze blieb für Matthias Müller unerreichbar.

Lilly-Anne Brugger
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Rolf Hunziker will die Kirchturmspitze genau anschauen – doch der Teleskoparm kann nicht bis zur goldenen Kugel ausgefahren werden.lbr

Rolf Hunziker will die Kirchturmspitze genau anschauen – doch der Teleskoparm kann nicht bis zur goldenen Kugel ausgefahren werden.lbr

Der Blitzschlag in den Kirchturm der reformierten Kirche Kölliken hat Spuren hinterlassen. Seit fünf Wochen steht die Kirchturmspitze oberhalb der goldenen Kugel schief. Nicht extrem schief, doch wer genau hinschaut, stellt fest, das Kreuz mit der Wetterfahne ist aus dem Lot.

Matthias Müller, Präsident der reformierten Kirchenpflege, wollte die Sache genau untersuchen. «Wir müssen nicht unseren Nachbarn in Oberentfelden alles nachmachen», meinte er. In der Nachbargemeinde war im Juli die Spitze des Kirchturms abgebrochen und im Kirchengarten aufgeschlagen. Nur Stunden später hätte dort nach einer Abdankungsfeier ein Apéro stattfinden sollen.

Hebebühne stand bereit

Am Montag standen alle bereit: Matthias Müller von der Kirchenpflege, Rolf Hunziker von Möri Metallbau AG und die Hebebühne – eine der grössten in der Schweiz. Schliesslich ist der Kirchturm rund 50 Meter hoch. Gerne wären Müller und Hunziker gemeinsam zur Spitze hochgefahren. Der Hebebühnenführer machte aber klar, dass er nur eine Person mitnehmen könne. Zu viel Gewicht im Korb bedeutet, dass der Teleskoparm aus Sicherheitsgründen nicht vollständig ausgefahren werden kann. So machte sich der Metallbauer alleine auf die Fahrt nach oben. Dem Kirchenpflegepräsidenten blieb nichts andres übrig, als von unten zu beobachten.

Kirchturm ist zu hoch

Was ihn oben erwarten würde, wusste Hunziker nicht. Sein Plan war, die Spitze genau anzuschauen und auch mal am Kreuz zu rütteln und so zu überprüfen, wie stabil die Konstruktion noch ist. Doch obwohl der Hebebühnenführer das Äusserste aus seinem Gerät herausholte, drei, vier Meter fehlten bis zum Kreuz. Selbst nachdem die Hebebühne umparkiert worden war, blieb die Kirchturmspitze unerreichbar hoch.

«Von aussen betrachtet sieht die Konstruktion stabil aus», meinte Hunziker, der ergebnislos seine Werkzeuge wieder einpackte. Sich nur auf Beobachtungen verlassen, möchte sich Müller aber nicht. «Jetzt muss ich über die Bücher gehen und die vorhandenen Möglichkeiten prüfen», meinte er nach dem abgebrochenen Versuch etwas ratlos.

Den Kirchturm mit einer Drohne anzuschauen, ein Gerüst aufzustellen oder sich gar von einem Helikopter abzuseilen – spontan konnte Müller einige Möglichkeiten aufzählen, die noch zur Diskussion stehen könnten. Doch zuerst möchte er Offerten einholen.

Immerhin hat der misslungene Versuch keine finanziellen Konsequenzen: Da die Hebebühne nicht weit genug ausgefahren werden konnte, kommen keine Kosten auf die Kirchgemeinde zu.