Leimbach
«Sternen» geht wieder auf: Einziges Restaurant im Dorf wird jetzt eine Pizzeria

Das einzige Restaurant im Dorf hat eine wechselvolle Zeit hinter sich. Morgen eröffnet der ehemalige Wirt der Teufenthaler Pizzeria Carpe Diem den «Sternen» neu.

Rahel Plüss
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Eugenio Spina (33) ist der neue Pächter des Restaurant Sternen.

Eugenio Spina (33) ist der neue Pächter des Restaurant Sternen.

Rahel Plüss

Vor der Tür steht ein gelbes Auto mit aufgemalter Italienflagge. Der Mann, der das Telefon mit «Pronto» entgegennahm, muss hier sein. In der Küche brennt Licht, aus der Gaststube riechts nach Kaffee. Ein Rumpeln aus dem Keller, Schritte auf der Treppe. «Alles voll Tomaten», sagt der Mann in der Tür mit italienischem Akzent und lacht entschuldigend. Ein ganzes Palett sei heute Morgen gekommen. Die müsse er alle noch verstauen. Der ganze Keller voller Tomaten? «Pelati», präzisiert er. «In Dosen.» Er sei parat. Nur mit dem Service klappe es noch nicht ganz. Aber bis Freitag sei alles paletti.

Morgen geht der Leimbacher «Sternen» wieder auf. Die Dorfbeiz ist jetzt eine Pizzeria – aber nicht nur. Neuer Pächter ist Eugenio Spina. Der 33-jährige Italiener, der zusammen mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Oberkulm wohnt, hat zuvor fünf Jahre lang die Pizzeria Carpe Diem in Teufenthal geführt. Jetzt hat er sich ein grösseres Lokal gesucht. Das Pizza-Machen gehört zu seinen leichtesten Übungen. «Nichts dabei», sagt er und winkt ab. In Kalabrien, wo er herkommt, hat er das Kochen und das Hotelfach von der Pike auf gelernt, danach an diversen Orten in der Gastronomie gearbeitet, bevor er 2009 auf Arbeitssuche in die Schweiz kam. Seine erste Anstellung fand er in Teufenthal, in der Pizzeria «Tapeo» (heute «Albergo») neben dem Gasthof Herberge. Später machte er sich an der Dorfstrasse mit dem «Carpe Diem» selbstständig.

Im «Sternen» will Spina neben Pizzen und selbst gemachter Pasta auch Fleisch- und Fischmenüs anbieten. Saltimbocca, Wienerschnitzel oder Gamberoni stehen auf der Karte. Und seine Spezialität, die kalabrische Wurst – hausgemacht, auf der Wurstmaschine der Grossmutter. «Mit Rotwein, ein bisschen Fenchel und Peperoncino. In der Variante scharf oder mild.» Eugenio Spina kommt ins Schwärmen. «Ich freue mich, den ‹Sternen› übernehmen und damit in der Region, in der Nähe meiner Stammkundschaft bleiben zu können,» sagt Eugenio Spina. Er hoffe, dass auch bald die Dorfbevölkerung bei ihm einkehrt.

Fast Wohnungen draus gemacht

Der Leimbacher «Sternen», das einzige Restaurant im Dorf, hat eine wechselvolle Zeit hinter sich. Mitte August hörte das Reinacher Wirtepaar Markus und Monika Roth nach nur 20 Monaten wieder auf. Es habe einfach nicht rentiert, sagte Monika Roth damals. Obwohl die Gäste das Angebot und die neu hergerichtete Gaststube geschätzt hätten und auch die Vereine gekommen seien, habe es nicht gereicht. Bevor Roths den «Sternen» übernahmen, hatte das Lokal mehrere Monate leer gestanden. Die Eigentümerin, Sonja Ramsauer, Geschäftsführerin der R Immo AG, Baden, war schon drauf und dran, das Restaurant in Wohnungen umzunutzen. Denn auch die Vorgänger von Roths waren nicht lange geblieben. Die Familie Liqin Lin und GongXing hatte den «Sternen» bis Mitte 2015 knapp zwei Jahre lang als China-Restaurant geführt.