Schöftland
Schöftler Brand: Erstklässler wollte zeigen, wie man Feuer macht

Die Beurteilung des Architekten ist klar: Das Haus, welches in Schöftland abgebrannt ist, ist nicht mehr brauchbar. Noch weiss Hausbesitzer Peter Suter nicht, was er damit machen wird. Die Familie muss sich nun auf Wohnungssuche machen.

Janine Müller
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Brand in Schöftland: Besitzer Peter Suter kann das Unglück immer noch nicht fassen
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Rund eine halbe Million Sachschaden entstand durch den Brand.
Auch die Velos fielen dem Brand zum Opfer.
Der Estrich ist total zerstört.

Brand in Schöftland: Besitzer Peter Suter kann das Unglück immer noch nicht fassen

Janine Müller

Es riecht nach Rauch. Immer noch. Fünf Tage nach dem Brand an der Aarauerstrasse ist die Zerstörung nicht nur sicht-, sondern auch riechbar.

Doch wären keine Plastikplanen über das Dach gespannt, würde man von der Strasse her nicht merken, dass am letzten Mittwoch hier ein Brand gewütet und eine Familie ihr Hab und Gut verloren hat. Die Fassade sieht von dieser Seite her gut aus, Hausbesitzer Peter Suter hat sie im Sommer noch frisch gestrichen.

Verkohlte Balken, geschmolzene Autofelgen

Erst hinter dem Haus wird das Ausmass der Zerstörung sichtbar. Verkohlte Balken, Velos und geschmolzene Autofelgen zeugen von der enormen Hitze, die sich entwickelt hat.

Immer wieder bleiben Spaziergänger stehen, betrachten die verkohlte Wand, schütteln die Köpfe.

Peter Suter kann das Unglück noch immer nicht fassen. Er kommt gerade von der Polizei, weiss jetzt, was die beiden Erstklässler genau angestellt haben.

Der eine wollte dem anderen zeigen, wie man Feuer macht. «Ich kann nicht verstehen, warum die Buben ausgerechnet hier gezeuselt haben», sagt Suter.

«Warum ich? Warum hier?», sagt er immer wieder.

Haus ist nicht mehr brauchbar

Das ist nicht das Einzige, das Suter betrübt. «Der Architekt hat mir gesagt, dass man das Haus wohl nicht mehr gebrauchen kann», sagt er.

Ein Rundgang durchs Haus zeigt, warum: Im unteren Stock knirscht zerbrochenes Glas und Kohle unter den Schuhen.

Im oberen Stock hat das Löschwasser die Holzböden und Teppiche vollkommen aufgeweicht, die Holzdecken sind wegen des Wassers aufgequollen.

Gleichmässig tropft Wasser von einer Lampe auf den Boden. In der Küche steht noch das Mittagessen auf dem Tisch. Die Bewohner haben es stehen lassen, als sie flüchteten.

Möbel von der Brockenstube

Die siebenköpfige Familie lebt nun in einer Wohnung, die ihnen die Gemeinde zur Verfügung stellt.

Der Kantonale Sozialdienst brachte sofort Betten, denn ab Januar sollen Asylbewerber in diese Wohnung einziehen.

So ist es schon lange geplant, der Kanton hatte die Betten daher schon bereit. Möbel kamen von der Brockenstube; Kleider und Esswaren konnte die Familie mit Gutscheinen einkaufen.

Die Familie will sich der Öffentlichkeit nicht zeigen. Es sei nicht einfach für sie, sagt Gemeindeschreiber Rudolf Maurer.

Sie würden die Situation zwar gefasst aufnehmen, aber es gehe ihnen nahe. Bis Anfang Januar hat die Familie nun Zeit, ein neues Heim zu finden. Dann müssen sie auch die neue Wohnung wieder verlassen.