Menziken
Politiker aus Mongolei zu Besuch: «Schweizerisches Staatssystem ist Vorbild»

Gemeinderat Jürg Rubin hat eine Gruppe Politiker aus der Mongolei im Menziker Gemeindehaus empfangen. Er erklärte den interessierten Gästen, wie das Steuersystem oder etwa der Finanzausgleich funktionieren.

Peter Siegrist
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Gemeinderat Jürg Rubin und Vize-Gemeindeschreiberin Maria Huber inmitten der mongolischen Gäste.

Gemeinderat Jürg Rubin und Vize-Gemeindeschreiberin Maria Huber inmitten der mongolischen Gäste.

Peter Siegrist

«Die Politiker in der Mongolei, einer verhältnismässig jungen Demokratie, sind am schweizerischen Staatswesen sehr interessiert», sagte Reinhorld Lueckhardt, Verwaltungsratspräsident der Anunnaki Group. Er führte drei Frauen und zwei Männer aus der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator zum Empfang im Trauzimmer des Menziker Gemeindehauses.

Die Delegation war auf Einladung der Anunnaki Group, die eine Niederlassung in Ulan Bator hat, in die Schweiz gereist (siehe Artikel unten). Zwei Bezirksvorstände, eine Rotkreuzvertreterin, der Chef der Bürgerregistrierung und der Polizeichef der Stadt liessen sich von Gemeinderat Jürg Rubin die Gemeinde Menziken vorstellen.

Firma Anunnaki: Rohstoffe werden vor Ort verarbeitet

Im ehemaligen Alu-Hochhaus in Menziken kehrt Leben ein. Im sechsten Stock hat eine Firma Büros bezogen, die in der Gewinnung von Rohstoffen tätig ist. Die Anunnaki Research Engineering Swiss AG gehört zur Holding der Anunnaki Minerals Management AG mit Sitz in Cham.

Weiter gehört zur Holding eine dritte Tochter, die Anunnaki Mongolia LLC. Diese Firma hat ihren Sitz in Ulan Bator, in der Mongolei. Der Verwaltungsratspräsident Reinhold W. Lueckhardt aus Reinach erklärt: «Wir suchen, finden und bewerten Rohstoffvorkommen.» Diese Ingenieurarbeiten werden von Menziken aus geleitet.

Die Tochterfirma in der Mongolei, wo Industriemineralien, zum Beispiel Bentonit, abgebaut werden sollen, kümmert sich um die Exploration und die Lizenzierungen. Die Anunnaki Minerals wird in der Mongolei eine Fabrik bauen, um die geschürften Bodenschätze vor Ort zu verarbeiten. Planungen, Ingenieurarbeiten und das Kaufmännische werden von Menziken aus geleitet. (psi)

Dem mitgereisten Dolmetscher fiel dabei die anspruchsvolle Aufgabe zu, selbst Wörter wie Stumpenland, WSB und Ritter Manzo auf Mongolisch zu übersetzen. Aus dem Kopfnicken der Gäste zu schliessen löste er seine Aufgabe mit Bravour. Rubin erklärte, wie die Gemeinde funktioniert, ging auch auf das Steuersystem ein und erläuterte das Wesen des Finanzausgleichs.

Grosses Interesse an der Schweiz

Die Mongolen zeigten sich sehr interessiert. In ihrer Stadt sind sie alle daran beteiligt, eine neue Verwaltungsstruktur aufzubauen. Ulan Bator ist eine Stadt mit 1,4 Millionen Einwohnern. Interessant war zu erfahren, dass in Ulan Bator vor allem ältere Leute, Deutsch können, weil sie während der kommunistischen Zeit Studienaufenthalte in der DDR absolviert hatten.

Wie Reinhold Lueckhardt erklärte, hatte die Delegation am Vortag der Staatskanzlei des Kantons Aargau einen Besuch gemacht und war von Staatsschreiber Peter Grünenfelder über den Aufbau und die Institutionen des Kantons ins Bild gesetzt worden. «Das schweizerische Staatssystem ist für die Mongolei ein Vorbild», sagt Lueckhardt.

Bhaltis erhalten die Freundschaft

Kein «Staatsbesuch» ohne den Austausch von Gastgeschenken. Die Gäste aus Ulan Bator überreichten Jürg Rubin einen mit der Figur des Mongolenführers Dschingis Khan verzierten Flaschenöffner. Von der Gemeinde Menziken erhielten die Gäste nebst Infomaterial ein «Schweizer Sackmesser» überreicht. Damit der Anlass nicht allzu trocken endete, kredenzten Gäste und Gastgeber am Schluss noch ein Gläschen Kirsch aus der Region.

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