Beton statt Filzjurten
Neuer Stadtteil in Ulan-Bator wird von Menziken aus geplant

Die Anunnaki Research Engineering Swiss AG mit Sitz in Menziken übernimmt ein Stadtentwicklungsprojekt in der Hauptstadt der Mongolei. So sollen die dort gewonnen Rohstoffe dem Land und den Leuten zugutekommen.

Rahel Plüss
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Im Khan-Uul-District leben heute etwa 70000 Menschen in Filzjurten oder Holzhütten. Nach der Stadtentwicklung sollen hier 180000 Menschen wohnen. zvg

Im Khan-Uul-District leben heute etwa 70000 Menschen in Filzjurten oder Holzhütten. Nach der Stadtentwicklung sollen hier 180000 Menschen wohnen. zvg

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Im Khan-Uul-District, einem Stadtteil der mongolischen Hauptstadt Ulan-Bator, leben derzeit etwa 70 000 Menschen in Filzjurten oder Holzhütten. Das soll sich ändern. Die Regierung will den Stadtteil entwickeln.

Den Zuschlag für das Stadtplanungsprojekt hat die Anunnaki Research Engineering Swiss AG (ARES AG) erhalten, ein Unternehmen, das im Rohstoffsektor tätig ist und die Büroräumlichkeiten im ehemaligen Alu-Hochhaus in Menziken hat. Gemeinsam mit dem Architekten Marco Wey aus Ebikon wurde dazu ein Planungskonsortium unter der Federführung der ARES AG konstituiert.

Das Areal, das in Ulan-Bator entwickelt werden soll, umfasst mehr als 650 Hektaren. Die Bewohner leben dort unter einfachsten Bedingungen. «In den kommenden Jahren sollen diese Menschen in moderne Wohnungen und Häuser umgesiedelt werden und eine zeitgemässe Infrastruktur erhalten», sagt Reinhold W. Lückhardt. Er ist Verwaltungsratspräsident der ARES AG und beim Planungsprojekt an vorderster Front dabei.

Was aber hat ein Unternehmen, das auf das Finden und Bewerten von Rohstoffen spezialisiert ist, mit einem Stadtplanungsprojekt am Hut? «Uns ist es ein Anliegen, dass die durch unsere Firma gefundenen Rohstoffe nicht nur im Schwellenland abgebaut, sondern – zumindest zu einem grossen Teil – auch dort weiterverarbeitet werden», sagt Lückhardt.

Deshalb sei man jetzt auch dabei, in der Mongolei eine Firma aufzubauen, in der die gewonnen Rohstoffe veredelt und daraus Produkte hergestellt werden könnten. «Nur das bringt Land und Leuten etwas.» Einer der Produktionszweige, in die diese Rohstoffe fliessen, ist der Bausektor.

Auf diese Weise hätten sich nicht nur zur mongolischen Regierung, sondern auch zur Bauindustrie «Connections» ergeben. «Aufgrund dieser Geschäftsbeziehungen ist dieses Stadtplanungsprojekt zustande gekommen.

Im Dezember 2014 hat das Konsortium der Regierung in Ulan-Bator seine Stadtplanung vorgelegt. Demnach sollen die verschiedenen Stadtteile nicht nur eigenständig funktionieren, sondern auch architektonisch in individueller Formsprache gestaltet sein. Elemente der mongolischen Bau-Vergangenheit sollen in die neue Architektur einfliessen.

Die Strom- und Wärmeversorgung erfolgt durch Geothermie und Solarenergie in Verbindung mit Biomasse, damit sich die Energiegewinnung aus den veralteten Kohlekraftwerken nach und nach reduzieren lässt. Ziel ist ausserdem, eine Mehrzahl der notwendigen Baumaterialien in der Mongolei herzustellen.

Dieser Stadtplanungsauftrag und seine Folgeprojekte erstrecken sich bis 2030. Danach sollen im Khan-Uul-District etwa 180 000 Menschen leben. Das monetäre Volumen für die hiesige Region sei nicht einfach zu beantworten, heisst es seitens ARES AG auf Anfrage. In der Mongolei werde das Auftragsvolumen mehr als 8 Milliarden Franken betragen.

Im Wynental, respektive in der Schweiz, würden davon dann über Jahre Dienstleistungsarbeiten, wie Ingenieur- oder Architektenaufgaben vergütet. Wie viele Stellen in Menziken geschaffen werden, ist noch nicht klar. Gemäss Aussage des Verwaltungsratspräsidenten dürfte es sich in einer ersten Phase um etwa fünf Neuanstellungen handeln.

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