Kölliken
Macht Hofmann der Photovoltaik Beine?

An der Eröffnungsfeier zeigte sich: Debrunner Acifer liefert nicht nur Schrauben aus, sondern bietet in Kölliken auch geschützte Arbeitsplätze an.

Peter Weingartner
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Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann (2.v.r.) lässt sich zusammen mit anderen Gästen das neue Logistikcenter von Debrunner Acifer zeigen.

Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann (2.v.r.) lässt sich zusammen mit anderen Gästen das neue Logistikcenter von Debrunner Acifer zeigen.

Peter Weingartner

Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann und der höchste Aargauer 2016, Grossratspräsident Marco Hardmeier, geben sich die Ehre: Am Donnerstag weihte Debrunner Acifer das neue Logistikcenter in Kölliken ein.

Ob Schrauben oder Werkzeuge aller Art: Debrunner verteilt neu nicht mehr von Zofingen, sondern von Kölliken aus. 26 Millionen hat der Betrieb investiert ins neue Logistikzentrum, wo die Mitarbeitenden die Waren nicht suchen müssen, sondern wo das Prinzip «Ware zum Mann» realisiert worden ist. Und das innert 15 Monaten.

Innovativ und sozial

«Es ist eine Bereicherung für unseren Kanton, ein solch innovatives und gleichzeitig soziales Unternehmen bei uns zu haben», sagt Urs Hofmann. Die Investition hat für ihn auch Symbolwirkung angesichts von Unkenrufen, die eine Deindustrialisierung befürchten: «Industrie und Handel haben Zukunft.»

Besonders imponiert Urs Hofmann, dass auch die bisherigen geschützten Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen weitergeführt werden. Andreas Krebs, Leiter Logistik, zeigt auf dem Betriebsrundgang konkret, wo die Menschen mit Behinderungen eingesetzt werden. Beim Wareneingang werden bis zu 14 Personen beschäftigt. «Sie müssen zum Beispiel Grosspackungen von Schrauben in Hunderter-Päckli umpacken», sagt Krebs.

Dabei wird nicht gezählt, sondern gewogen. Arbeit, die auch automatisiert werden könnte? Geschäftsleiter und Gesamtprojektleiter Thomas Widmer winkt ab: Möglich wärs, aber nicht rentabel. Damit erhalten Menschen mit Behinderungen, so Hofmann, eine «den Fähigkeiten angepasste, wertgeschätzte Arbeit».

Photovoltaik muss warten

Das Gebäude mit Blick auf die Autobahn steht auf 600 Pfählen, wobei, dank Nutzung der Erdwärme, 270 davon Energie liefern für Heizung und Kühlung der Anlage, wie Architekt Christian Müller sagt. Geschäftsleiter Thomas Widmer blickt auf eine gute Zusammenarbeit aller Beteiligter zurück. Bei den Handwerkern seien mehrheitlich Kunden aus der Region berücksichtigt worden. Ein Wermutstropfen aber bleibe: «Trotz intensiver Verhandlungen ist es uns bis jetzt nicht gelungen, eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach zu erstellen. Die Vorbereitungen für eine nachträgliche Installation sind jedoch gemacht.» Eine Bemerkung, die Volkswirtschaftsdirektor gehört hat. Wer weiss, welche Hebel er in Bewegung zu setzen imstande ist?

«Wenn möglich, besuche ich solche Anlässe, wenn ich angefragt werde», sagt Regierungsrat Hofmann. Es sei eine Gelegenheit, Firmen kennen zu lernen und auch ein Zeichen der Wertschätzung. Er sage niemandem ab, nur weil es ihm stinken würde. Umso interessanter, wenn es sich um etwas Neues handle. Auch Marco Hardmeier weiss um die Bedeutung der KMU: «Da arbeitet der Grossteil der Bevölkerung.» Urs Hofmanns Arbeitstag ist nach dem Apéro riche in Kölliken nicht zu Ende: Er wird noch bei der Maurer AG in Buchs erwartet.