Staffelbach
Landammann Brogli spricht von «Win-win-Situation» für alle

Der Infoanlass zum Hochwasserschutz und zur geplanten Melioration im oberen Suhrental lockte rund 250 Zuhörer in die Staffelbacher Mehrzweckhalle.

Raphael Nadler
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Reitnaus alt Gemeindeammann Werner Steiner (l.) erörtert Landammann Roland Brogli die Hochwasserprobleme der Region.

Reitnaus alt Gemeindeammann Werner Steiner (l.) erörtert Landammann Roland Brogli die Hochwasserprobleme der Region.

Raphael Nadler

Das untere Suhrental (Schöftland bis Buchs) muss besser vor Hochwasser geschützt werden. Darum soll im Raum Staffelbach, Attelwil, Moosleerau und Reitnau die Suhre revitalisiert und vor Staffelbach ein Hochwasserrückhaltebecken gebaut werden. Gleichzeitig ist im Gebiet eine moderne Melioration geplant. Die Vorplanung zu diesen Projekten wurde am Freitagabend in Staffelbach der Öffentlichkeit vorgestellt.

Stärkung der Landwirtschaft

Bis zum Abschluss wird es rund 12 Jahre dauern

2014: Infoveranstaltungen und Vernehmlassung in den Gemeinden Reitnau, Attelwil, Moosleerau und Staffelbach.

Richtplan- und Finanzierungsbeschluss durch den Regierungsrat und den Grossen Rat.

2015: Abstimmungen in den einzelnen Gemeinden, anschliessend Gründung der Genossenschaft.

2017: Auflage des generellen
Projekts.

2018: Auflage der Neuzuteilung.

2019: Antritt des neuen
Besitzstandes.

Ab 2020: Bauarbeiten an Drainagen, Flurwegen, ökologischen Elementen.

2026: Abschluss des Projekts.

Die Melioration im Suhrental ist insofern etwas speziell, weil einerseits Land für das Hochwasserrückhaltebecken mit Damm, für die vorgelagerte, oft überschwemmte Fläche wie auch für die Suhre-Renaturierung bereitgestellt werden muss. Anderseits geht es aber auch um eine Sanierung des Drainage- und Flurwegnetzes sowie um eine Optimierung des Parzellennetzes auf einer Fläche von nahezu 1000 Hektaren in vier Gemeinden.

Bund und Kanton zahlen kräftig

Bund und Kanton hätten grosses Interesse an der Umsetzung dieser Projekte und würden deshalb auch einen Grossteil der Kosten tragen, betonte der Finanzminister. «Die Umsetzung der Melioration und des Hochwasserschutzes ergibt für alle Beteiligten eine Win-win-Situation.»

Im Falle einer grossen Überschwemmung wird das Hochwasser vorübergehend in der Ebene zwischen Staffelbach und Reitnau zurückgehalten und mit einem Durchlassbauwerk gezielt auf eine für das Siedlungsgebiet im Unterlauf verträgliche Wassermenge gedrosselt.

Das Rückhaltebecken besteht aus einem rund 150 Meter langen und durchschnittlich 3 Meter hohen Erddamm. Dieser weist flache Böschungen auf, ist begrünt und optimal ins Landschaftsbild eingepasst. Mit dem Becken können rund 1 Millionen m3 Wasser zurückgehalten werden.

Die Suhre wurde um 1920 korrigiert und verläuft heute in einem geraden Gewässerverlauf. Im Rahmen des Hochwasserschutzprojekts und der Melioration soll sie als ökologische Ausgleichsmassnahme bis an die Kantonsgrenze Luzern revitalisiert werden.

Voll des Lobes

Die Ausführungen der Projektverantwortlichen schienen in der Mehrzweckhalle Staffelbach auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein. Die Stimmung bei der anschliessenden Diskussion war jedenfalls sehr positiv. «Das ist auch für Euch eine einmalige Chance», sagte Landwirt Andy Steinacher aus Schupfart. Er hat in seiner Gemeinde eine Melioration umgesetzt und ist voll des Lobes. «Nützt diese Möglichkeit», rief er seinen Berufskollegen zu, «es gibt keine zweite solche Chance.»

Das kostet es Gemeinden und Grundeigentümer

Totalkosten für Hochwasserschutz/Revitalisierung und moderne Melioration in den Gemeinden Reitnau, Attelwil, Moosleerau und Staffelbach belaufen sich auf 50,1 Millionen Franken.

Melioration: Gesamtkosten Melioration: 29,5 Mio. Franken. - Davon bezahlen Bund (42 Prozent) und Kanton (31 Prozent): 21,6 Mio. Franken; die Gemeinden (22 Prozent) 6,35 Millionen Franken und die Grundeigentümer (5 Prozent) 1,5 Millionen Franken.

Hochwasserschutz: Gesamtkosten Hochwasserschutz 20,6 Millionen Franken. - Kostenaufteilung: Hochwasserrückhaltedamm: 10 Millionen; Revitalisierung Suhre: 3,7 Millionen; Massnahmen im Einstaubereich:
0,6 Millionen; Schutzmassnahmen Gebiet Hafni, ARA, Siedlungsentwässerung: 3,9 Millionen; Anteil Melioration im Talboden: 2,4 Millionen.