Kritik
Besitzer des Schöftler Mühleareals: «Weder die Hegmatte noch unser Areal sind geeignet»

«Einen besseren Standort für das WSB-Depot suchen», dafür plädieren die Familienaktiengesellschaft Polymill AG und die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

Urs Helbling
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Die «Hegmatte» würde vom WSB-Gleis zerschnitten.

Die «Hegmatte» würde vom WSB-Gleis zerschnitten.

Bild: fdu

In der Diskussion um die «Hegmatte» meldet sich Martin Wächter (Wikon LU) zu Wort. Er ist Verwaltungsratspräsident der Familienaktiengesellschaft Polymill AG, der das Mühleareal in Schöftland gehört. Wächter regt an, nach einem komplett neuen Standort für das AVA-Depot zu suchen. Seine Stellungnahme im Wortlaut:

«Vor rund fünf Jahren hat die WSB, die heute AVA (Aargau Verkehr AG) heisst, alternative Standorte für den Ausbau der Werkstatt und für ein Bahndepot gesucht. 19 Standorte wurden in die engere Wahl gezogen. Mit Unterstützung der Gemeindebehörde fokussierte sich die WSB auf die Hegmatte in Schöftland. Weite Teile der Bevölkerung Schöftlands bekämpfen diese Pläne. Einem Ausbau der Bahnanlagen auf dem Mühleareal im Zentrum von Schöftland widersetzt sich selbst der Gemeinderat – zu Recht; aus raumplanerischer Sicht gibt eine grossflächige Bahn-Werkstatt in einem Dorfzentrum keinen Sinn.

Nun äussert sich auch die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) kritisch zur Teiländerung der Nutzungsplanung Mühleareal/­Hegmatte. Der Bericht der ENHK sowie die Stellungnahme der Gemeinde können auf der Website der Gemeinde Schöftland eingesehen werden.

Da sind aber auch Befürworter

Mit einem Leserbrief in der AZ vom 2.2.2021 meldet sich jetzt Beat Michael Wälty, Schöftland, zu Wort, polemisiert gegen ‹die ungepflegten Halbruinen auf dem Mühleareal› und befürwortet das Projekt der WSB auf der Hegmatte. Er unterschlägt, dass die Umnutzung des Mühleareals durch die pendente Umzonung blockiert ist und dass ein früher vorgelegtes Projekt für eine Überbauung des Mühleareals von der WSB erfolgreich bekämpft wurde.

Weiter träumt Wälty davon, dass mit der Erschliessung der Hegmatte durch die von der WSB geplante Doppelkurve über die ganze Matte und der Gleis-Harfe (in der ganzen Breite des Neubaus!) weiteres Gewerbeland zur Verfügung stehen würde.

Schlich ungeeignet

Wenn es dann tatsächlich zu einem späteren Zeitpunkt Flächen für Gewerbe und Industrie brauchen würde: Gerade das WSB-Projekt zerschneidet die Hegmatte in einer Weise, die eine Nutzung als Gewerbeareal schwierig macht. Es entständen unnötig viele unbrauchbare Restflächen.

Fazit: Weder die Hegmatte noch das Mühlenareal sind für eine Bahnwerkstatt geeignet und bieten der Gemeinde Schöftland irgendeinen Mehrwert. Es wäre an der Zeit, die lückenhafte, nicht nachvollziehbare Standortevaluation der WSB/AVA zu hinterfragen und eine sachliche, unvoreingenommene Diskussion über bessere Standorte zu führen. Eine ‹neutrale› Fachstelle wäre vom Kanton hierfür zu beauftragen.»