Kirchleerau
Kirchleerau reagiert positiv auf den geplanten Windpark

Am Montagabend waren Windkraft und Windräder die grossen Themen in der Turnhalle von Kirchleerau. Die Centralschweizerische Kraftwerke AG (CKW) informierte über den geplanten Windpark. Vier Windanlagen sollen ab 2017 Strom ins Netz liefern.

Peter Siegrist und Christine Fürst
Drucken
Teilen
Das Windpark-Projekt in Triengen und Kirchleerau
7 Bilder
Ein Luftbild des Windkraft-Projekts in Triengen und Kirchleerau (Visualisierungsbild)
 (Visualisierung)
Die SIcht aus Winikon (Visualisierung)
Die Sicht aus Richtung Walde (Visualisierung)
Hochrüti (Visualisierung)
Kiesgrube (Visualisierung)

Das Windpark-Projekt in Triengen und Kirchleerau

Visualisierung/CKW

Der Montagabend in Kirchleerau und die Infoveranstaltung der Centralschweizerischen Kraftwerke AG (CKW) aus Luzern zum geplanten Windpark ob Kirchleerau war auch der Abend des Anton Suter. Der Windkraftpionier aus Schenkon LU hat jahrelange Vorarbeiten geleistet für dieses Energieprojekt (Interview rechts). Jetzt hat die CKW den Lead übernommen und treibt Projekt und Planung weiter. Im letzten Jahr hat die Firma im Entlebuch ein Windkraftwerk in Betrieb genommen.

Die CKW wird vertreten durch ihren Leiter Neue Energien: Peter Suter. Der CKW-Vertreter ist ehrlich. «Die Anlagen werden Strom produzieren für rund 3000 Haushalte», sagt er, «ein Tropfen verglichen mit dem Gesamtenergieverbrauch.» Und man werde die Anlage mit ihrem 90 Meter hohen Masten sehen und in der näheren Umgebung auch hören. Aber Windenergie sei Winterstrom und Nachtstrom, eine Ergänzung zu Solarstrom.

Das Windpark-Projekt in Triengen und Kirchleerau
7 Bilder
Ein Luftbild des Windkraft-Projekts in Triengen und Kirchleerau (Visualisierungsbild)
 (Visualisierung)
Die SIcht aus Winikon (Visualisierung)
Die Sicht aus Richtung Walde (Visualisierung)
Hochrüti (Visualisierung)
Kiesgrube (Visualisierung)

Das Windpark-Projekt in Triengen und Kirchleerau

Visualisierung/CKW

Auswirkungen nicht verschwiegen

«Wir haben schon viel abgeklärt, der Windpark bei Ihnen ist möglich», sagte Suter. Unterstützt wurde er von Reto Rigassi von der Vereinigung zur Förderung der Windenergie in der Schweiz, Suisse-Eole. Die vielen Zuhörer nahmen die Ausführungen gelassen und wohlwollend zur Kenntnis, selbst als Suter sagte, man werde sich auch an den Anblick der Anlagen gewöhnen, ging kein Raunen durch den Saal. Auch die Auswirkungen auf die Tierwelt und die Landschaft, Lärmbelastungen und Schattenwurf und mögliche

Peter Suter, Leiter Neue Energien, CKW

Peter Suter, Leiter Neue Energien, CKW

Peter Siegrist

Der Weg bis zur Bewilligung

Auf kantonaler Ebene ist der Richtplan anzupassen (im Aargau ist dies bereits erfolgt). Auf Stufe Regionalverband Suhrental (AG) und Regionaler Entwicklungsträger Sursee-Mittelland (LU) muss der Standort auch in den regionalen Richtplan aufgenommen werden.

Dann müssen Kirchleerau und Triengen eine Zonenplanänderung mit regulärem Auflageverfahren durchführen. Hat der Kanton alles genehmigt, folgt das ordentliche Baubewilligungsverfahren auf Stufe Gemeinde. (psi)

In der anschliessenden Fragerunde ging es mehrheitlich ruhig zu und her. Jährlich werden beim Windpark Betriebskosten von rund einer halben Million Franken anfallen. Ein Einwohner fragte nach der Zusammensetzung der Betriebskosten. Peter Suter erklärte, dass die Anlagen in der Regel alle drei Monate gewartet werden müssten, dass ab und zu ein Maschinenteil ausgewechselt oder Schäden repariert werden müssten. Ein Bürger wollte wissen, wie sich der Windpark finanziell auf die Gemeinde auswirkt. «Es ist ein privates Projekt und hat deshalb keine finanziellen Auswirkungen auf die Gemeinde», sagte Gemeindeammann Erich Hunziker.

Gut besuchte Info-Veranstaltung in der Turnhalle.

Gut besuchte Info-Veranstaltung in der Turnhalle.

Peter Siegrist

Keine weiteren Anlagen

Die Frage, ob es künftig noch mehr Anlagen im Gebiet Hochrüti geben könnte, verneinte Peter Suter klar: «Die vier Anlagen sind das Maximum, was möglich ist.» Die Standorte seien aufgrund der Machbarkeitsstudie gesichert. Auch versicherte Suter, dass sich die CKW verpflichtet habe, die Anlagen zurückzubauen, sollte es Anlass dazu geben.

Bei den Windenergieanlagen geht man heute von einer Betriebsdauer von 20 bis 25 Jahren aus. Ein Einwohner fand, dass das eigentlich zu wenig sei. Reto Rigassi erklärte: «In Zukunft werden die Anlagen deutlich länger laufen als nur 25 Jahre.» Bis jetzt habe es immer mehr technologische Fortschritte gegeben, mittlerweile stagniere dieser Fortschritt. Deshalb gehe es jetzt mehr darum, die Betriebsdauer der Anlagen möglichst zu verlängern.

Eine kritische Stimme kam von einem Schmiedrueder. Er habe eine Liegenschaft in der Nähe der geplanten Anlagen und erst vor zwei Wochen vom Projekt erfahren. Er fühle sich vor den Kopf gestossen. Anton Suter entgegnete, die Projektplanung laufe seit sechs Jahren, es habe Sitzungen mit dem Schmiedrueder Gemeinderat gegeben, dieser habe ein Planungsdossier bekommen.

Peter Suter ergänzte, man habe die Infoveranstaltungen in Kirchleerau und Triengen angesetzt, weil diese zwei Gemeinden Standortgemeinden seien und dort das Bewilligungsverfahren laufe. Kurz nachdem die CKW vor zwei Wochen über das Grossprojekt informierte, habe man sich aber entschlossen, am Donnerstag auch im Ruedertal eine Infoveranstaltung durchzuführen.