Schmiedrued

Grosse Ambitionen in jungen Jahren: 19-jähriger Schmiedrueder will für die JUSO in den Nationalrat

nformatikerlehrling Lenny Hug im Garten seines Elternhauses ob Walde. Bild: Colin Frei

nformatikerlehrling Lenny Hug im Garten seines Elternhauses ob Walde. Bild: Colin Frei

Lenny Hug will Verändern, nicht nur zusehen. Mit den Hauptthemen Umwelt und Klima kandidiert er auf der JUSO-Liste für den Nationalrat. Ein mutiger Schritt im konservativen Schmiedrued.

«Willkommen in meiner Welt» liest man in grossen Lettern auf der Internetseite von Lenny Hug. Der 19-jährige Schmiedrueder lässt per Mausklick in seiner Philosophie stöbern, «aber ich muss den Internetauftritt noch mit mehr Inhalt füllen», sagt er.

Und langsam wird es Zeit, dass man mehr über Lenny Hugs Visionen lesen kann. Denn am 20. Oktober sollen die Aargauer Stimmbürger Wahlzettel mit seinem Namen in die Urne werfen. Der Informatik-Lernende kandidiert für den Nationalrat. Er steht auf der Liste der Juso, in die er ziemlich bald nach dem 18. Geburtstag eingetreten ist.

«Nur auf dem Sofa sitzen und über die Politik meckern nützt nichts», habe er sich gedacht und sich schon deshalb schon ein Jahr vor der Mündigkeit die Partei gesucht, die zu ihm passt. Fündig wurde er bei der SP, deren nächste Sektion in Schöftland ist.

Umweltschutz steht an erster Stelle

Dann besuchte er ein Juso-Treffen in Aarau und entschied sich, bei den jüngeren Genossen zu bleiben, «dort waren auch welche in meinem Alter». Seither ist auch seine Nummer in der WhatsApp-Gruppe, in der die bekannten Juso-Guerillaaktionen angekündigt werden: «Vor die Tür dieser Firma sitzen», «an der Klimademo in jener Stadt teilnehmen».

Klima und Umwelt sind die Schwerpunkte des Schmiedrueder Jungpolitikers. Seine Anliegen: Den öffentlichen Verkehr in ländlichen Gebieten ausbauen. «In den Stosszeiten fahren 50 Personen zur gleichen Zeit mit dem Auto die gleiche Strecke.

Das müsste man doch besser lösen können.» Auch dem Plastik will er den Kampf ansagen. Seine Haltung ist verständlich, sieht man in seine Welt hinein: In den Garten seines Elternhauses, hoch über Walde, von welchem man bis zum Schulhaus Schiltwald sieht und von der benachbarten Weide Kuhglocken hört.

Den Garten der Hugs teilen sich vier Katzen, zwei Schweine und zwei Waschbären – Letztere vier in Auslaufgehegen. Nebst dem Umweltschutz liegt Lenny Hug die Entlastung von Familien am Herzen. Bei der Pflege von älteren Angehörigen etwa.

Mit seinem sozialen Gedankengut gehört Lenny Hug im konservativ geprägten Schmiedrued zur Minderheit. Wie geht er damit um? «Ich hab’s mit niemandem schlecht im Dorf», stellt er fest. Zudem möchte er sich auch nicht nur unter Gleichdenkenden bewegen: «Ich brauche regelmässige Diskussionen mit Leuten anderer politischer Ausrichtung, sonst lebt man nur in der Welt der eigenen politischen Werte.»

Und diese Welt ist nicht Lenny Hugs Welt. Denn im Hause Hug ist politische Diskussion an der Tagesordnung. Da argumentiert der linke Sohn lange mit dem Vater, der zur politischen Mitte neigt.

So wäre der Politneuling nicht abgeneigt, dereinst für den Gemeinderat zu kandidieren. Seinen Namen sollte man sich im Tal also merken.

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