Beromünster
Es wurden Pferde und Hüte gesegnet - so schön war der Auffahrtsumritt

Trotz Start im Morgengrauen zieht der Auffahrtsumritt jährlich viele Besucher an.

Sibylle Haltiner (Text und foto)
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Auffahrtsturnier in Beromünster
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Auffahrtsumritt in Beromünster. Nach der Pferdesegnung in der Seeblen zeigt Pater Bruno Oegerli die Monstranz. Auffahrtsumritt in Beromünster
Auffahrtsumritt in Beromünster: Eine Delegation des Reitvereins Wynental reitet mit. Auffahrtsumritt in Beromünster
Rita Sieger mit Mike «Seit rund 30 Jahren nehme ich aus Plausch am Umritt teil. Man lernt andere Leute kennen und in der Gruppe zu reiten ist etwas ganz Besonderes.»
Guido Kottmann mit Nara «Ich reite seit Kindertagen jedes Jahr mit. Wir vom Ordnungsdienst sorgen für Sicherheit und Ordnung. Durch die Uniform werden unsere Anweisungen eher befolgt.»
Bettina Morgenthaler Auffahrtsumritt in Beromünster
Anne Dormann mit Carlo «Ich mache mit, weil es Spass macht und ein cooles Erlebnis ist. Zudem lernt das Pferd etwas, wenn es mit anderen zusammen in der Gruppe gehen muss.»

Auffahrtsturnier in Beromünster

Sibylle Haltiner

Wer beim ganzen Auffahrtsumritt dabei sein will, muss früh aufstehen. Bereits um halb sechs Uhr startete der Umzug gestern bei der Pfarrkirche St. Stephan in Beromünster. Rund 100 Pferde und ihre Reiterinnen und Reiter stehen um diese Zeit bereit, mit polierten Stiefeln, gefetteten Hufen und geflochtenen Mähnen. Teilnehmer wie Ministranten und Standartenträger sorgen für den feierlichen Ablauf des Umritts, welcher seit Jahrhunderten Tradition ist. Der Stiftungsakt des Anlasses wird nämlich auf das Jahr 1509 datiert.

Pferde werden an Musik gewöhnt

Ebenso früh auf den Pferden sitzen jeweils die Mitglieder der Reitermusik Gunzwil, um den Umritt musikalisch zu begleiten und den Predigten und Segnungen einen würdigen Rahmen zu verleihen. «Wir brauchen nur eine Probe und eine Übung mit den Pferden, um uns auf den Auffahrtsumritt vorzubereiten, erklärte Hubert Küng, Kornettist in der Reitermusik. «Die meisten von uns spielen zusätzlich noch in einer anderen Musik.» Neben dem Auffahrtsumritt treten die 24 Mitglieder pro Jahr an drei bis vier weiteren Umzügen auf.

Anne Dormann mit Carlo «Ich mache mit, weil es Spass macht und ein cooles Erlebnis ist. Zudem lernt das Pferd etwas, wenn es mit anderen zusammen in der Gruppe gehen muss.»

Anne Dormann mit Carlo «Ich mache mit, weil es Spass macht und ein cooles Erlebnis ist. Zudem lernt das Pferd etwas, wenn es mit anderen zusammen in der Gruppe gehen muss.»

Sibylle Haltiner

«Es gibt viele Pferde, die richtig gerne mitmachen und gleich die Ohren spitzen, wenn es losgeht», erklärte Toni Kronenberg, der als Repräsentant neben dem Fahnenträger reitet, und Walter Köpfli, Tenorhornspieler, fügte hinzu: «Die Pferde müssen vor allem an das Glitzern der Instrumente gewöhnt werden. Ausserdem spielen wir ihnen auch unter dem Jahr ab und zu etwas Musik vor.»

Nicht nur Pferde wurden gesegnet

Am Umritt nehmen jeweils auch Hunderte von Wallfahrern teil, die den 18 Kilometer langen Weg zu Fuss zurücklegen. Wem der Abmarsch um halb sechs zu früh war, der schloss sich der Prozession später an. Um acht Uhr fand der feierliche Einzug in Rickenbach mit anschliessender Messe statt. Die Festpredigt zum Thema «Aufsteigen und Absteigen» hielt Andreas Schalbetter, Jesuit aus Luzern.

Guido Kottmann mit Nara «Ich reite seit Kindertagen jedes Jahr mit. Wir vom Ordnungsdienst sorgen für Sicherheit und Ordnung. Durch die Uniform werden unsere Anweisungen eher befolgt.»

Guido Kottmann mit Nara «Ich reite seit Kindertagen jedes Jahr mit. Wir vom Ordnungsdienst sorgen für Sicherheit und Ordnung. Durch die Uniform werden unsere Anweisungen eher befolgt.»

Sibylle Haltiner

Um Viertel nach elf ging es von Rickenbach aus weiter, nächste Station war die Seeblen bei Gunzwil, wo die Pferdesegnung stattfand. Gemeindeleiterin Theres Küng sprach den Segen nicht nur für die anwesenden Pferde, sondern auch für alle andern Tiere – sowie für die neuen Hüte der Reitermusik. Sie rief dazu auf, den Respekt vor allen Geschöpfen nie zu vergessen. Die Reiterinnen und Reiter lassen ihre Tiere gerne segnen, für die meisten steht jedoch die Freude am gemeinsamen Reiten und die Teilnahme an einer gelebten Tradition im Vordergrund. Der feierliche Einritt in Beromünster mit Tausenden von Zuschauern ist für alle ein besonderes Erlebnis.

Rita Sieger mit Mike «Seit rund 30 Jahren nehme ich aus Plausch am Umritt teil. Man lernt andere Leute kennen und in der Gruppe zu reiten ist etwas ganz Besonderes.»

Rita Sieger mit Mike «Seit rund 30 Jahren nehme ich aus Plausch am Umritt teil. Man lernt andere Leute kennen und in der Gruppe zu reiten ist etwas ganz Besonderes.»

Sibylle Haltiner

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