Eigenheim
Wo vor Kurzem noch gegrast wurde, stehen heute Muhens private Aussichtsterrassen

Am Gibel und Schafrain sind neue Terrassenhäuser entstanden, die auch Käufer aus Zürich interessieren.

Flurina Dünki
Merken
Drucken
Teilen
Daniel Bachmann und Harald Knaus von Alpha immobilien vor dem neuen Terrassenhaus am Schafrain, Muhen.

Daniel Bachmann und Harald Knaus von Alpha immobilien vor dem neuen Terrassenhaus am Schafrain, Muhen.

Flurina Dünki / Aargauer Zeitung

Die Eroberung der oberen Lagen vom Müheler Gibel geht rasant vorwärts. Es ist nicht einfach nur neuer Wohnraum, der hoch über dem Dorf entsteht – den künftigen Bewohnern winken Sonne von morgens bis abends und Traumaussichten übers Suhrental.

Es sind vorwiegend die für Hanglagen typischen Terrassenhäuser, die dort gebaut werden. Eines davon, fast zuhinterst in der Gibel-Strasse, trägt die Handschrift der holzaffinen Müheler Architekten Bähni und Lüscher: ein Terrassenhaus à 5½ Zimmer mit Holzfassade. Je 160 Quadratmeter Wohnfläche. Preis: 1,35 Millionen Franken.

Im Paket drin sind auch der Autobahnanschluss und die Aussicht übers Tal und zum Jurasüdfuss. Bei den Verhältnissen hat Vermarkter Daniel Bachmann von Alpha Immobilien bei einer Besichtigung die Reaktion gehört: «Ich weiss gar nicht, weshalb ich noch in Zürich wohne.»

Ein paar Schritte die Strasse hoch, am Rebenweg, steht ein weiteres Terrassenhaus, entworfen von den Suhrer Leutwyler und Sandmeier Architekten. Eine Wohnung von insgesamt vier ist noch zu haben. Sie ist barrierefrei, verfügt auch über einen Lift. Die 4½ Zimmer (142 Quadratmeter) kosten 1,4 Millionen Franken. Bei gutem Wetter sieht man von der Terrasse bis in die Berner Alpen.

Hoffnung auf Umstellung auf Homeoffice

Nicht nur die A1 mache solche Wohnungen attraktiv für Leute ausserhalb des Tals, sagt Bachmanns Geschäftspartner Harald Knaus. Viele würden momentan das Homeoffice als neue Chance entdecken und kämen vom Kriterium weg, möglichst nahe am Arbeitsort wohnen zu müssen. Und Hand aufs Herz: Die Lamas, die am gegenüberliegenden Hang grasen und den Müheler Alphornbläser, der an schönen Abenden vom Gibel herab das Tal bespielt, gibt es in der Grossstadt nicht.

Daniel Bachmann und Harald Knaus von Alpha immobilien vor dem neuen Terrassenhaus am Gibel, Muhen.

Daniel Bachmann und Harald Knaus von Alpha immobilien vor dem neuen Terrassenhaus am Gibel, Muhen.

Flurina Dünki / Aargauer Zeitung

So würden Familien, die gerne eine Wohnung kaufen möchten, für die aber Zürich-nahe Preise unerreichbar seien, ihren Radius erweitern und auch im Westaargau suchen. Was ebenfalls zu beobachten sei: Mehr Leute als früher würden heute eine grosse Terrasse dem Häuschen mit Garten vorziehen. Denn, sagt Harald Knaus, man wolle in der Freizeit lieber Freunde oder Verwandte treffen oder sonst etwas unternehmen, statt den Garten zu pflegen.

Sonnenuntergang vom Schafrain aus

Aber Muhen wurde auf mehreren Hügeln gebaut. Aussicht bietet nicht nur die Wohnlage Gibel. Ein weiteres Bähni-und-Lüscher-Holzhaus wird gerade am Schafrain (Adresse ist «Kellerhöhle») fertig. Es wurde in Holzbauweise erstellt. Die zwei (von drei) noch verfügbaren Eigentumswohnungen haben 5½ (1,35 Millionen Franken) und 6½ (1,5 Millionen Franken) Zimmer.

Blick vom Schafrain in Muhen übers Suhrental.

Blick vom Schafrain in Muhen übers Suhrental.

Flurina Dünki / Aargauer Zeitung

Von der Terrasse sieht man aufgrund der Ausrichtung gar den Sonnenuntergang. Für Energie sorgt die Photovoltaikanlage auf dem Dach. Für alle vier Terrassenhäuser (sie kommen in diesen Tagen auf den Markt) hat man regionale Handwerker verpflichtet. Dass für die Qualität der Gebäude Handwerker aus dem Dorf mit ihrem Namen garantieren, sei eines der wichtig­sten Gütesiegel im Bau, sagt Daniel Bachmann.