«Dies wird die Reise meines Lebens», hatte Willi Rüfenacht schon vor dem Start zur Mongol Rally angekündigt. Keine Frage, seine Prophezeiung ist wahr geworden. In den 49 Tagen, in denen Willi Rüfenacht und Jeremias Schaffner unterwegs waren, haben sie tausende Eindrücke, Erlebnisse, schwierige Momente und ganz besondere Highlights erlebt.

Am Freitag, 17. Juli, starteten Willi Rüfenacht und Jeremias Schaffner als Team E12 zur Mongol Rally (siehe Box). Kurz vor der Abreise war Schaffner noch mit dem Motorrad durch die Wüste Marokkos gefahren. 

Beide Männer führten ihr eigenes Tagebuch. In Rüfenachts steht neben vielen andern Einträgen die Zahl 138 355. Dies waren die Kilometer, die ihr Subaru-Bus E12 beim Start in Bottenwil auf dem Tacho hatte. Heute, 49 Tage später, sind es 164 070 Kilometer. «65 Mal standen wir an einer Tanksäule und wir sind durch insgesamt 25 verschiedene Länder gefahren», sagt Rüfenacht.

Freundlich und hilfsbereit

Rund 500 Kilometer pro Tag durch die Türkei, Georgien, Iran, Kasachstan, Kirgisien, Russland zum Ziel in der Mongolei und wieder zurück forderten Mensch und Maschine. So bremste ein Getriebeschaden schon 1000 Kilometer nach dem Start den Vorwärtsdrang der beiden Männer.

«Eigentlich hätten wir da schon aufgeben können», sagt Rüfenacht. «Egal, wo wir suchten, wir fanden weder ein Getriebe noch die Ersatzteile, um eine Reparatur zu machen.

Nur per Zufall stiessen wir in Prag auf eine Niederlassung der Emil Frey AG, die uns im wahrsten Sinne des Wortes wieder auf die Strasse brachte.» Durchgescheuerte Bremsleitungen und Stossdämpfer, die sich selbstständig machen wollten, gab es immer wieder.

Trotz allem kamen die beiden gut voran. «Egal, wo wir waren, wir begegneten immer nur freundlichen und hilfsbereiten Menschen.» Reparaturen in Hinterhöfen, Abschleppdienst durch Flüsse, die es zu durchqueren galt, oder Einladungen zum Essen in den mongolischen Jurten.

Rüfenacht stellte fest, dass vergorene Stutenmilch auch in Zukunft nicht zu seinen Lieblingsgetränken gehört. «In Russland gerieten wir einmal in ein Saufgelage. Es gab keine Chance, irgendwie abzulehnen oder abzuhauen. Erst als wir aufgefordert wurden, zu einem der Saufkumpanen nach Hause zu gehen, gelang uns mehr oder weniger die Flucht.»

Das Ziel war erreicht

Wenn zwei Männer mit gut 30 Jahren Altersunterschied während 49 Tagen 24 Stunden pro Tag zusammen im selben extrem kleinen Fahrzeug unterwegs sind, gibt es das eine oder andere Mal Spannungen.

«Wir haben auch diese Probleme heil überstanden und beide haben wir viel gelernt. Dass es funktionierte, beweist alleine die Tatsache, dass wir im selben Auto zusammen wieder nach Hause kamen», sagt Willi Rüfenacht und ergänzt: «Die Freude, die wir mit unseren mitgebrachten Sachen bereiten konnten, war riesig. Die leuchtenden Kinderaugen wegen ein paar Farbstiften und einem Zeichnungsblock kann man nicht beschreiben. Die Begegnungen mit den Menschen, mit denen wir uns meist nur per Handzeichen verständigen konnten, werde ich nie vergessen. Die Naturschauspiele, vor allem in der Mongolei, haben sich tief in mein Herz eingegraben. Ich würde das Ganze gleich noch einmal machen.»

Wie ernst er es mit seinen Aussagen meint, zeigt sich in folgender Äusserung. «Ich habe einen Traum: die ganze Tour noch einmal zu machen, am liebsten mit einem Ford T und mit viel mehr Zeit. Trotz der langen Zeit und den vielen Kilometern ging das Ganze für mich zu schnell vorüber. Ich glaube, ich werde mir diesen Traum erfüllen.»