Kirchleerau
Deutschkurse für Asylsuchende mit Memory, Scrabble, Ligretto: «Alle sind sehr motiviert»

Jeden Dienstagnachmittag lädt die Gemeinde Chrischona Asylbewerber zum «Tea&Talk» ein. Dabei lernen die afghanischen Flüchtlinge Deutsch. Einheimische Besucher sind auch sehr willkommen.

Henrik Furrer
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Die Asylsuchenden verbessern spielerisch ihre Deutschkenntnisse beim «Tea&Talk» im Chrischona-Gemeindezentrum.

Die Asylsuchenden verbessern spielerisch ihre Deutschkenntnisse beim «Tea&Talk» im Chrischona-Gemeindezentrum.

Henrik Furrer

Auf dem Tisch im Gemeindezentrum der Chrischona Kirchleerau-Reitnau liegen Memory, Scrabble, Ligretto und viele weitere Sprach- und Würfelspiele. Jeden Moment werden die in Kirchleerau einquartierten Asylsuchenden eintreffen zum wöchentlichen von der Chrischona organisierten «Tea&Talk».

Es ist kurz nach 14 Uhr. Nach und nach trudeln die Asylbewerber im Gemeindezentrum ein. Die rund 15 jungen Männer aus Afghanistan sind seit Januar in der kantonalen Asylunterkunft an der Dorfstrasse untergebracht. Sie werden bereits erwartet von Pastor Jim Bühler und seinem Team von der Chrischona. Die Begrüssung ist herzlich. Man kennt sich beim Namen und fragt, wie es dem anderen geht.

Schnellstmöglich Deutsch lernen

Als die Asylsuchenden im Januar nach Kirchleerau kamen, war Jim Bühler sofort klar: «Wir müssen diesen Leuten etwas bieten. Also haben wir sie zu uns eingeladen, um sie kennen zu lernen.» Die jungen Afghanen seien von Anfang an sehr freundlich und aufgeschlossen gewesen. «Anfänglich war die Kommunikation schwierig, weil nur einer ein wenig Englisch konnte», so Bühler. «Deshalb war unser erster Vorsatz, ihnen so schnell wie möglich Deutsch beizubringen.»

«Ich bin sehr glücklich. Ich liebe die Schweiz und die Menschen hier. Alle sind sehr nett zu uns.» Jawad Asylsuchender aus Afghanistan.

«Ich bin sehr glücklich. Ich liebe die Schweiz und die Menschen hier. Alle sind sehr nett zu uns.» Jawad Asylsuchender aus Afghanistan.

Henrik Furrer

Jeden Donnerstagmorgen treffen sich die Asylsuchenden im Chrischona-Gemeindezentrum zum Deutschunterricht. «Alle sind sehr motiviert», sagt Bühler. «Einigen fällt das Lernen leicht. Es gibt aber auch Analphabeten unter ihnen, die noch etwas hinterherhinken.» Neben den Deutschkursen lädt die Chrischona die Asylbewerber jeden Dienstagnachmittag zum «Tea&Talk» ein. Hier können die Asylsuchenden auf spielerische Art ihre Deutschkenntnisse verbessern.

Beim «Tea&Talk» steht aber nicht nur die Sprache im Vordergrund. «Die Idee hinter dem Treffen ist, dass die Asylsuchenden auch Kontakt zu den Einheimischen aufbauen können», erzählt Bühler. «Wir hoffen deshalb, dass künftig auch Leute aus dem Dorf vorbeikommen, um die Asylbewerber kennen zu lernen.»

«Wir hoffen, dass künftig auch Leute aus dem Dorf vorbeikommen, um die Asylbewerber kennen zu lernen.» Jim Bühler Pastor der Chrischona Kirchleerau-Reitnau.

«Wir hoffen, dass künftig auch Leute aus dem Dorf vorbeikommen, um die Asylbewerber kennen zu lernen.» Jim Bühler Pastor der Chrischona Kirchleerau-Reitnau.

Henrik Furrer

Die Integrationsarbeit der Chrischona zeigt Wirkung: Einige der Afghanen sprechen bereits sehr gut Deutsch. Einer von ihnen ist Jawad. Er ist erst seit zwei Monaten in der Schweiz, kann sich aber bereits jetzt problemlos auf Deutsch unterhalten. «Ich mag den Deutschunterricht sehr und ich lerne auch jeden Abend für mich selber», sagt Jawad. Genau wie die anderen Asylsuchenden fühlt sich auch Jawad in Kirchleerau wohl. «Ich bin sehr glücklich. Ich liebe die Schweiz und die Menschen hier. Alle sind sehr nett zu uns», erzählt Jawad freudenstrahlend.

Die afghanischen Asylsuchenden werden laut Gemeinderätin Martina Bolliger voraussichtlich zwei Jahre in Kirchleerau bleiben. Bisher habe es keinerlei Probleme gegeben und auch die Reaktionen aus der Bevölkerung seien durchweg positiv.