Das Traditionsrestaurant Bad Lauterbach kommt nicht zur Ruhe. Oder müsste man sagen, im Landgasthof ist schon bald wieder Ruhe? Fest steht jedenfalls, dass das für seine Tanzsonntage und seine schöne Aussicht bekannte Restaurant ab 1. Oktober geschlossen ist. «Wir bedauern Ihnen mitteilen zu müssen, dass wir das Restaurant und Dancing Bad Lauterbach per Ende September 2018 schliessen werden», geben Priska und Jean-Pierre Aeschbach auf ihrer Website bekannt. «Am Sonntag, 30. September, können Sie das letzte Mal bei uns in Oftringen die feinen Güggeli geniessen, danach wird der Betrieb stillgelegt.» Schon wieder, ist man geneigt zu sagen. Erst am 7. April des letzten Jahres hat das Ehepaar Aeschbach das Restaurant im Osten von Oftringen übernommen.

Dritte Beiz innert drei Jahren

Die Beizer scheinen nicht zur Ruhe zu kommen: Bis 2015 wirteten sie während zehn Jahren in der Chäsi Wittwil. Damals mussten Sie das Lokal aufgeben, weil die Liegenschaft abgerissen wurde. Nach langer Suche fanden sie in der Gontenschwiler «Waage» ihr vermeintliches Glück. Aber auch da blieben Sie mit ihrem Catering-Service «Chikkeria» und dem Besenbeiz-Betrieb nur für ein Jahr. Danach zügelten sie ins «Bad Lauterbach». «Wir haben uns sehr gefreut, hier etwas aufzubauen», sagt Priska Aeschbach. In der Zwischenzeit ist die Freude dem Frust gewichen. «Hier oben ist es sehr schön, aber auch sehr schwierig», umschreibt sie die Situation.

Zu den Gründen der Geschäftsaufgabe wollen sich Priska und Jean-Pierre Aeschbach nicht äussern. Man wolle keine schmutzige Wäsche waschen, sagen sie, aber es seien viele Gründe, die sie zu diesem Schritt bewegten, ja fast gezwungen haben. «Gerne hätten wir die grosse und schöne Gartenterrasse mehr genutzt», sagt Priska Aeschbach, doch das sei aus verschiedenen Gründen nicht möglich gewesen. «Zudem haben wir uns mehr Unterstützung von Seite der Gemeinde Oftringen erhofft.» Leider Fehlanzeige. So konnten Aeschbachs nur an einem Sonntag pro Monat – mit vereinzelten Ausnahmen auch an zweien – von 15 bis 20 Uhr den beliebten Tanznachmittag im Freien veranstalten und das auch nur, wenn sie drei Tage zuvor die Nachbarn schriftlich informiert und auf der Gemeinde eine Bewilligung dazu erhalten haben. «Ja, wir haben gewisse Dinge unterschätzt», gibt Priska Aeschbach zu. «Wir wussten um die Probleme des Vorgängers mit der Nachbarschaft und hofften mit unserer offenen Art, gewisse Hürden überwinden und Probleme abbauen zu können.» Leider ohne Erfolg.

Zermürbende Streitereien

Priska und Jean-Pierre Aeschbach verlassen den «Lutertätsch» mit einem lachenden und einem weinenden Auge. «Wir durften hier viele tolle Leute kennenlernen», sagt die Wirtin. «Aber die Streitereien haben uns zermürbt.» Jetzt konzentriert sich das Paar wieder auf die Sparte Catering und ihren Güggeliwagen, die bereits während der Zeit im Bad Lauterbach ein zweites Standbein der beiden waren. Niederlassen werden sie sich nun in Unterkulm. «Trotz aller Wehmut freuen wir uns auf unseren neuen Lebensabschnitt», sagt Priska Aeschbach. Sie wollen nun endlich sesshaft werden. «Eigentlich hatten wir das schon im Bad Lauterbach vor.»

Oftringen verliert mit der Schliessung des Restaurants einen weiteren beliebten Treffpunkt und ein über die Kantonsgrenzen hinaus bekanntes Ausflugsziel. Warum die wenigen Parteien in diesem Weiler nicht in Ruhe miteinander leben können, wissen nur sie selbst. Wie es mit dem Restaurant Bad Lauterbach weitergeht, ist offen.

Die Aargauer Gastro-Szene im Wandel: