Das Tierheim des Aargauischen Tierschutzvereins in Untersiggenthal ist völlig ausgelastet.

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Untersiggenthal
Aufnahmestopp droht: Überfüllte Tierheime nach Haustier-Boom

Während der Coronakrise haben sich viele Leute ein Haustier zugelegt, Tierheime warnten vor unüberlegten Käufen. Nun hat sich die Sorge bestätigt: Immer mehr Leute geben ihre Tiere zurück. Das spürt auch das Tierheim des Aargauischen Tierschutzvereins. «Wir sind eigentlich voll», sagt die Präsidentin.

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Das Tierheim des Aargauischen Tierschutzvereins in Untersiggenthal ist völlig ausgelastet. Dies berichtet Tele M1 in einem Beitrag. Rund 60 Katzen haben hier ein vorläufiges Zuhaus gefunden.

So auch der vier Wochen alte Wenjo. Er wurde vor gut zwei Wochen mit drei anderen Katzenwelpen gefunden – alle vier Katzenwelpen befanden sich in einem miserablen Zustand. Drei der Welpen mussten eingeschläfert werden, der kleine Kämpfer Wenjo hat es aber geschafft. Er befindet sich momentan in Quarantäne, vor 5 Tagen hat der Arzt ihm das eine Auge entfernt. Dem kleinen Kater scheint es aber schon besser zu gehen. Als Astrid Becker, Präsidentin des Aargauischen Tierschutzvereins, ihn streichelt, hört man ihn wohlig schnurren.

Tierheim steht kurz vor dem Aufnahmestopp

Fälle wie jener von Wenjo häufen sich in letzter Zeit, unzählige Katzen werden ins Tierheim gebracht. Das Tierheim steht kurz vor dem Aufnahmestopp. Astrid Becker sagt gegenüber Tele M1 klar:

«Wir sind eigentlich voll.»

Sobald ein Tier ein neues Zuhause gefunden habe, schaue man, dass man gleich das nächste aufnehmen könne.

Mehr Tiere bedeutet auch mehr Arbeit für die Mitarbeitenden. Eine Tierpflegerin erzählt:

«Es gibt mehr Kistchen zu putzen, mehr Futter in den Näpfen bereitzustellen... das summiert sich.»

Während des zweiten Lockdowns im Frühling hat die Situation indessen ganz anders ausgesehen: Da viele Leute sich in dieser Zeit ein neues Haustier zulegten, hatte es auch fast keine Katzen mehr im Tierheim. Doch jetzt plötzlich kommen alle diese Tiere wieder zurück.

Zusammenhang mit dem Lockdown?

«Es ist möglich, dass dies mit Corona zusammenhängt», sagt Astrid Becker. «Es ist wirklich extrem, wie viele Findel- und Verzichtskatzen wir momentan bekommen.»

Auffallend sei momentan auch, dass viele der Findel- und Verzichtskatzen noch jung seien. Der Umstand könnte dafür sprechen, dass Personen, welche sich im Frühling eine Katze zugelegt haben, nun keine Zeit mehr für ihr Büsi haben. (lzu)

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