Ständeratswahlen

So erleben die Ständeratskandidaten die letzten Tage vor der Wahl

Giezendanner, Bruderer und Egerszegi

Giezendanner, Bruderer und Egerszegi

Ausnahmsweise interessieren nicht die Prognosen für den Sonntag. Das Wohlbefinden der Ständeratskandidaten steht im Mittelpunkt. Wie beruhigt sich Ulrich Giezendanner? Weshalb benötigt Christine Egerszegi Rosen? Und wie geht es Pascale Bruderer?

Am Sonntagabend ist es soweit. Der Gang zur Urne ist erledigt, die Stimmen sind gezählt, sämtliche Entscheidungen gefallen. Doch an diese Erlösung werden die Ständeratskandidaten des Kantons Aargau wohl noch nicht denken. Gänzlich im Wahlkampfstress versunken, dürften sie andere Sorgen haben. Wir haben nachgefragt.

«Angst vor Entäuschung»

Ulrich Giezendanner präsentiert sich sehr selbstsicher. Er gehe normal ins Büro, kümmere sich um Kunden und komme gegen 17 Uhr nach Hause. Danach lasse er seine aufgestauten Aggressionen beim «Holzen» raus. Wie immer. Bei «Giezi» gibt es keine Wahlkampf-bedingten Aussergewöhnlichkeiten.

Wer vom SVP-Nationalrat in den nächsten Tagen einen Wahlkampf-Schlussspurt erwartet, der irrt. «Wer jetzt nervös wird, ist eindeutig zu spät dran. Ab jetzt kann man den Entscheid des Volkes nur noch akzeptieren», meint er. Diese Aussage bestätigt er auch sofort. Er werde noch in sein Ferienhäuschen im Tessin fahren und sich dort um seinen Garten kümmern. Den hat Giezendanner wegen dem Wahlkampf vernachlässigen müssen. Allerdings gesteht er zum Schluss doch noch, dass eine gewisse «Angst vor einer Enttäuschung» existiere.

«Wahlkampf ist sehr belastend»

Während einer Pause der Sitzung zur IV-Revision in Bern beantwortet FDP-Ständerätin Christine Egerszegi gerne einige Fragen. «Im Ständerat könne man nicht einfach in die Ferien gehen, im Gegenteil zum Nationalrat», erklärt sie lachend auf die Frage, weshalb sie sich nicht im Tessin befinde. Sie werde die IV-Revision noch abschliessen, am Samstag der Heimatschutz-Preisverleihung beiwohnen und den Sonntag zu Hause verbringen.

Ihre Arbeit brauche sie, um nicht zu viel an den Wahlsonntag zu denken. «Ein Wahlkampf ist sehr belastend. Deshalb bin ich froh um die Ablenkung», sagt sie. Auf den Wahlkampfstress reagiert die Ständerätin auf besondere Art und Weise. «Mittlerweile befinden sich überall in meiner Wohnung Blumen, vor allem Rosen.» Wirklich beruhigt schlafen kann Christine Egerszegi trotzdem nicht. Auch Mitten in der Nacht flieht sie sich in Arbeit, als zusätzliche Ablenkung vor dem Schlafengehen.

Bruderer widmet sich ihrer Familie

Die letzten Tage gestalteten sich für Pascale Bruderer ereignisreich. Am Montag erblickte Juliana das Licht der Welt. Obwohl noch mitten im Wahlkampf, zog sich die Nationalrätin aus der Öffentlichkeit zurück um sich ganz ihrer Familie widmen zu können. Wie sich dieser Schritt auswirkt, wird sich am Sonntag zeigen. Allerdings hofft auch Nicolas Sarkozy, wie verschiedene Medien spekulieren, im Wahlkampf zusätzliche Unterstützung durch seine neugeborene Tochter zu erhalten.

«Job auf sicher»

Auf Grund seiner Tätigkeiten als Nationalrat befindet sich auch der Grüne Geri Müller derzeit in Bern. Am Freitag werde er an einer Sitzung zu Bildungsfragen in Baden teilnehmen, sagt er. Am Samstag wird Müller dann auf den Zürcher Lindenhof gehen, um mit den Paradeplatz-Besetzer zu diskutieren. Um abzuschalten bleibe keine Zeit, so Müller.

«Natürlich bin ich nervös, wie vor jeden Wahlen. Obwohl ich dies eigentlich nicht sein müsste.» Dies erklärte er wie folgt: «Auch wenn man weiss, dass man einen Job auf sicher hat, macht man sich noch ein wenig Gedanken.» Sein Selbstvertrauen rechtfertigt Müller auch prompt. Von der Bevölkerung habe er viele positive Rückmeldungen erhalten, weshalb er für den kommenden Sonntag auch sehr zuversichtlich sei.

Für eine Auskunft waren die Ständeratskandidaten Lieni Füglistaller und Kurt Schmid trotz mehrmaligen telefonischen Versuchen leider nicht zu erreichen. (cht)

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